momomaus

 

Momos Milch-Info

Warenkunde Milch- Sorten, Haltbarkeit, Laktose, Molkereien, Preise, Tierhaltung, ...


 
Zweifelsohne ist frische Milch mit einer der Gründe weshalb es der Homo Sapiens schaffte bis in die heutige Zeit zu überleben. Ob Milch für erwachsene Menschen sinnvoll ist, ist fraglich.
 

Die Milchsorten

 

Bollheim, ZülpichDer Klassiker bei Momo ist die pasteurisierte Frischmilch. Verschiedene Herkunft, verschiedene Geschmäcker, verschiedene Verpackung- allen ist gleich dass sie weder hocherhitzt werden (wie zB die so genannte ESL-Frischmilch) noch homogenisiert werden.
Details dazu siehe unten.
 
Heumilch
Die Heumilch stammt von Betrieben die dem „Verein der Demeter Milchbauern Süd“ angehören. Das sind rund 3 Dutzend Höfe mit je 8 bis 70 Tieren in einem Radius von 150 Kilometern. Die Kühe behalten ihre Hörner, grasen auf Wiesen und erhalten passend zum Jahresverlauf hochwertige Fütterung ohne Silage.
Bei dieser Mutterkuh-gebundenen Aufzucht werden alle Kälber nach der Geburt von ihrer Mutter gesäugt und haben wochenlang Zeit eine Bindung aufzubauen.
 
Wiesenmilch
Stammt von Kühen die mehr Auslauf haben als es Bioland vorschreibt. Das Grünfutter wird auf dem gleichen Hof produziert. Diese Milch gibt es nur im Bio-Fachhandel.
 
ESL-Milch
Inzwischen ist Frischmilch eine Rarität. Die ESL-Milch (für Extended Shelf Life) hat sie zunehmend verdrängt. Sie wird als “länger frische” Frischmilch bezeichnet, klare Verbrauchertäuschung; durch die kurze hohe Erhitzung hat sie die 3-4-fache Haltbarkeit, das geht nicht ohne Verluste, vor allem der Enzyme.
 
Rohmilch
ist Milch wie sie aus dem Euter kommt. Nur die Bauern selbst dürfen sie unter strengen Hygienevorschriften verkaufen.
 
Vorzugsmilch
ist Rohmilch, die von speziell zertifizierten Betrieben filtriert und verpackt wird. Inhaltsstoffe und der natürliche Fettgehalt von 3-5% bleiben weitestgehend erhalten. Haltbarkeit: 2-3 Tage. Im Handel ist diese Milch nicht verfügbar.
 
H-Milch
H-Milch (ultrahocherhitzte Milch) wird für wenige Sekunden auf knapp über 140°C erhitzt. Danach sind praktisch alle Bakterien abgetötet. Nicht nur die Bakterien.
Haltbarkeit: ungeöffnet 3-6 Monate bei Zimmertemperatur, geöffnet im Kühlschrank aufzubewahren. Als Vollmilch oder als fettarme Milch erhältlich.
H-Milch wird homogenisiert, auch Bio-H-Milch.
 

Laktose

 

Bollheim, ZülpichLaktose-Intoleranz- keine Hypochondrie
Milch von Kühen enthält um die 5% Laktose. Laktose ist Milchzucker, den Menschen und Tiere nur verdauen können, wenn er in Glukose und Galaktose gespalten wird. Dafür zuständig ist ein Enzym namens Laktase. Bei schätzungsweise 80% der Menschheit (und bei jedem siebten Deutschen) wird dieses im Erwachsenenalter nicht mehr gebildet. Man spricht dann von einer Laktose-Intoleranz, die sich in unangenehmen Verdauungsbeschwerden äußert.
 
Laktosefreie Milch
Die Herstellung laktosefreier Milch: Man macht schon vor der Abfüllung das, was sonst im Darm passiert: man gibt das Enzym Laktase dazu, dass den Milchzucker aufspaltet. Darum ist diese Milch auch süßer als normale Milch. Wegen dieser Süsse verwendet die Industrie bei der Herstellung von Schokolade und Speiseeis häufig dieses Enzym, bei konventionellen Produkten möglicherweise aus genetisch veränderten Mikroorganismen.
 
In Käsen wird Laktose abgebaut; innerhalb 3 Monaten Reifung ist diese kaum noch, nach gut 6 Monaten nicht mehr nachweisbar.
 
Auch Schaf- und Ziegenmilch enthält Laktose, in etwas geringerer Menge. Nur die Milch der Seekühe ist laktosefrei, aber die werden Sie nicht so einfach bekommen ;–)
 

Haltbarkeit

 
Bollheim, ZülpichPasteurisierte Milch ist jene Milch, von der wir jedes Jahr tanklasterweise unters Volk bringen. Sie wird für 15-30 Sekunden auf 72- 75° Celsius erhitzt. Haltbarkeit ungeöffnet 6-10 Tage. Als Vollmilch oder als fettarme Milch erhältlich.
Konventionell wird diese Milch zusätzlich homogenisiert.
 
Homogenisierte Milch
Ziel der Homogenisierung sei, dass die Milch nicht aufrahmt und so besser verdaulich sei. Wegen der Homogenisierung der Milch, bei der die Fettkügelchen der Milch verkleinert werden, kann ein Enzym durch die Magensicherheitsschranken in den Darm gelangen– sozusagen mittels Verkapselung in den kleinen Fettkügelchen– und von dort über die Darmhaut ins Blut gelangen. Deshalb wird vermutet, das homogenisierte Milch zu Arteriosklerose und Herzerkrankungen führen kann.
 
Homogenisierte Milch sollte, vorsichtig formuliert, in der Vollwerternährung keine dominante Rolle spielen.
 
Zeitalter des Haltbarkeitsdatums
Das unter diesem Hinweis angegebene Datum ist mitnichten eine Frist für den gesundheitlich unbedenklichen Verzehr eines Produkts. Sondern die "spezifischen Eigenschaften" eines Produktes sollen bis zu diesem Zeitpunkt, "unter angemessenen Aufbewahrungsbedingungen", weitgehend erhalten bleiben. Also Geschmack, Aussehen, Geruch, Konsistenz, ...- so, in etwa, die Deutsche Lebensmittel-Kennzeichnungsverordnung.
 
Die Angabe dieses Datums liegt allein im Ermessen des Produzenten; hier gibt es keine weitere behördliche Regelung.
 
Die weit verbreitete Ratlosigkeit der VerbraucherInnen, ob ein Produkt noch „gut“ ist oder wann es besser in die Tonne kommt, geht einher mit der wachsenden Distanz zwischen Konsument und Produkt. Nur wenige Menschen wissen, im Zeitalter essbaren Sondermülls, was wo wie woraus und warum produziert wird, wie es zuzubereiten, wann es verdorben ist.
Mit dieser sinkenden Urteilsfähigkeit steigt das Vertrauen in die Angaben auf der Verpackung. Mit der fatalen Konsequenz, dass täglich Tausende Tonnen verzehrsfähiger Lebensmittel auf dem Wohlstandsmüllberg landen.
Momotipp: Vertraue Deinen Sinnen.
 

Milch-Lieferanten

 

Bollheim, ZülpichSeit 2020 gibt es wieder eine lokale Molkerei, aus Monschau. Zwei Höfe, etwa 120 Kühe, liefern Frischmilch und vieles weitere in Pfandgläsern. Siehe monschauer-bauernmilch.de. Lokale Herkunft in Pfandflaschen hat für Momo die Priorität.
 
Die meist gekaufte Milch bei Momo ist die *bioladen- Milch. Sie wird halbwegs regional erzeugt, Münsterland Umkreis 200 Kilometer etwa. Das ist keine Molkerei sondern die Handelsmarke unseres Vertrauens mit Sitz in Coesfeld.
 
Des weiteren gibt es noch einige Molkereien in Deutschland, die hessische Upländer liegt noch am nächsten und ist neben Söbbeke (Gronau, Westfalen) eine reine Bio-Molkerei; weitere Molkereien wie Andechser, Schrozberger, Die Gläserne, Berchtesgadener produzieren sowohl konventionell als auch biologisch.
 
Die Vermarktungswege mancher Dieser empfinde ich als widersprüchlich. Erstrebenswert ist die dezentrale Vermarktung, also kurze Transportwege, Verkauf aus der Region und in der Region. Molkereien benötigen allerdings eine gewisse Größe um rentabel und mit Perspektive bestehen zu können.
Völlig unverständlich ist mir der Expansionswahn mit Exporten in die gesamte EU, besuch mal einen Supermarkt in Portugal und die wirst die Bio-Molkerei-Produkte aus Deutschland, 3000 Kilometer exportiert für den umweltbewussten Touristen, finden, nach lokalen Erzeugnissen allerdings vergeblich suchen…
 

Tierhaltung

 

Stall von Bollheim, ZülpichVerbandsregelungen
Die Art der Haltung spielt eine wesentliche Rolle, für das Tier selbst als auch für das Endprodukt Milch. Artgerechte Haltung ist oberste Priorität bei jeder Bio-Milch, wobei die Unterschiede zwischen EU-Bio als niedrigste Bio-Qualitätsstufe über Bioland, Naturland bis hin zur Demeter-Milch, deutlich sind.
 
Kühe, die bei Landwirten des Demeter-Verbandes gehalten werden, bleiben ihr Leben lang im Besitz ihrer Hörner. Bei anderen Bio-Verbänden ist das Enthornen dieses Organs nicht zwangsläufig, aber auch kein Tabu. Die Hörner des Rindviehs erfüllen jedoch eine wichtige Aufgabe bei der Verdauung und dem Stoffwechsel bei der Milchproduktion. Dass diese Milch dann als besonders geschmackvoll und sahnig erlebt wird mag subjektiver Wahrnehmung unterliegen.
 
Artgerechte Haltung
Ethologen ist die Bezeichnung der Wissenschaftler, die sich mit artgerechter Tierhaltung befassen. Sie gehen davon aus, dass ein Tier um so zufriedener ist, je besser es sein arteigenes Verhalten ausleben kann.
 
Bio-Bauern versuchen, diesen Ansprüchen gerecht zu werden. Das funktioniert nur mit Einschränkungen. Bei Kühen ist es wie bei uns Menschen: Die Milch fließt nur, wenn ein Junges da ist, das auch gesäugt werden muss: Ohne Kalb keine Milch.
Mit 2,5 Jahren kalbt die Kuh das erste Mal, neun Monaten dauert die Schwangerschaft. In den Wochen nach dem Kalben ist der Milchfluss der Tiere am größten, danach geht er langsam zurück. Deshalb werden die Tiere erneut gedeckt, sobald sie wieder fruchtbar sind.
Etwa acht Wochen vor der Geburt des nächsten Kalbes nimmt der Bauer die Kuh aus der Produktion. Auch der Bio-Bauer trennt spätestens nach einigen Tagen Mutterkuh und Kalb. Allerdings darf er das Kalb nicht, wie konventionell üblich, mit billigen Milchaustauschern füttern. Es bekommt drei Monate lang Kuhmilch, die jedoch nicht von der Mutter stammen muss.

 

Artgerecht wäre es, wenn das Kalb bei der Mutter bleiben könnte und von dieser gesäugt würde. Im Alltag der Milchproduktion lässt sich das kaum umsetzen, allein Höfe aus dem Netzwerk Demonstrationsbetriebe ökologischer Landbau sowie jene der Genossenschaft kuhpluskalb.de haben sich dies zum Ziel gesetzt.
Hier bei Momo erfüllt die „Heumilch“ diese Kriterien.
 
Kälber wollen sich bewegen, spielen und soziale Kontakte knüpfen. Deshalb müssen sie in Gruppen gehalten werden. Einzelboxen, die Ansteckungen unter den Kälbern vermeiden sollen, sind in der ersten Lebenswoche zulässig. Konventionell ist Gruppenhaltung erst nach acht Wochen vorgeschrieben.
 
Aus den weiblichen Kälbern wählt der Bauer die künftigen Milchkühe aus. Die männlichen Kälber werden gemästet und spätestens nach anderthalb Jahren geschlachtet. Veganer weisen zu Recht darauf hin, dass der Konsum von Milch, Butter und Käse zwangsläufig Kalbsschnitzel und Rinderbraten produziert.
 

Futter: Rauskommt was reinkommt

 
Stall von Bollheim, ZülpichEbenfalls ein wesentliches Element– und dies gilt für jede Biomilch– ist die Fütterung mit frischem Gras. Milch von Freiland-Kühen enthält messbar mehr wertvolle Nährstoffe (Linolsäure (CLA), Omega-Fettsäuren,…).
Milch von Kühen, die im Sommer ausschließlich ökologisch auf der Weide gehalten werden, enthalten dreimal mehr CLA als Milch von stallgehaltenen Kühen, Alpenmilch enthält bis zu doppelt so viel CLA im Vergleich zur Milch in tieferen Lagen.
 
Ein Kalb trinkt am Tag sechs bis acht Liter Milch, maximal zehn Monate lang. Das ergibt etwa 2000 Liter Milch. Heute liefert eine deutsche Milchkuh über 8200 Liter im Jahr. 1990 waren es nur 4700 Liter. Anders gesagt: Milchkühe erbringen Tag für Tag körperliche Höchstleistungen. Dazu brauchen sie sehr eiweiß- und energiereiches Futter. Doch das ist wenig artgerecht.
Kühe fressen von Natur aus Gras, keine Getreidekörner oder Sojabohnen. Für Bio-Kühe ist deshalb vorgeschrieben, dass sie zu 60 Prozent strukturreiches Raufutter bekommen. Dazu zählen Grünfutter, Heu und Silage, also milchsauer vergorene Pflanzen. Außerdem muss ihr gesamtes Futter aus dem Öko-Landbau stammen. Bio-Milch enthält deshalb mehr gesundheitsfördernde Omega-Fettsäuren als konventionelle Milch.
 
Obwohl Bio-Kühe weniger Kraftfutter erhalten als konventionell gehaltene Milchkühe, produzieren sie mit rund 7000 Litern im Jahr ebenfalls enorme Mengen Milch. Die Bio-Branche diskutiert darüber, den Kraftfuttereinsatz weiter zurückzufahren, denn er widerspricht der artgerechten Tierfütterung. Außerdem liegt der ökologische Wert der Wiederkäuer ja gerade darin, dass sie für den Menschen ansonsten nutzloses Gras verwerten.
Immerhin gilt für viele Bio-Landwirte, dass das Futter auf dem eigenen Hof angebaut werden muss, der „geschlossene Kreislauf“ vom Anbau des Futters bis hin zur Verarbeitung der Milch auf einem einzigen Hof wird vorbildlich von unserem Partner Haus Bollheim in Zülpich praktiziert.
 

Milchpreis

 
Dass der Preis für ein Produkt oft nichts mit der Realität zu tun hat ist nicht neu. Lebensmittel werden an der Börse gehandelt und so stehen Preis, Wert und Leistung in keinem Zusammenhang mehr. Auch die Politik spielt eine Rolle, anstelle von Subventionen erscheinen mir höhere Einkommen bzw. eine gerechtere Verteilung dessen viel sinnvoller.
Unsere Branche bemüht sich um eine Preisgestaltung in gegenseitigem Einvernehmen zwischen Landwirt und Molkerei. Wobei auch hier inzwischen global-player am Start sind, deren Ziele eher in Rendite und Profit angesiedelt sind anstelle in Qualität, in Produktqualität, artgerechter Tierhaltung, Arbeitsbedingungen, …
 
Bio-Milch orientiert sich zwar am Preis konventioneller Milch (der einiges mehr betragen müsste, sollte auf allen Handelsstufen nicht subventioniert werden), Geld verdienen aber lässt sich mit Milch nicht, auch wenn unsere Bio-Bauern bis zu 50 Cent mehr bekommen pro Liter als deren konventionell wirtschaftende Kollegen.
 
Bei Momo liegt der Aufschlag für Milch bei etwa 10%, jedoch liegen unsere Kosten bei knapp 30%. So zahlen wir für jeden Liter Milch ordentlich drauf und müssen an anderer Stelle höher kalkulieren. Bei 125.000 (!!!) Litern Milch, die wir Anno 2019 verkauften, ist das ein Loch von knapp 30.000 €.
 
Ein wesentlicher Kostenfaktor ist auch die Verpackung der Milch. Die Tüte kostet wesentlich weniger als die Flasche, was vor allem mit Transportkosten und Leerguthandling zusammenhängt. Auch das sind absurde Kalkulationen, denn wenn die Folgekosten der vergeudeten Ressourcen mit in die Kalkulation flösse wäre die Mehrwegflasche preiswerter.
 
momo-raoul, Februar 2020

 

 
Und... noch'n Gedicht... (ab 18- nur für Rheinländer):
 
Auf dem Berg, da steht ne Kuh-
die knipst ihr Arschloch auf und zu.

 

Hinter der Kuh, da steht ein Schwein-
das schaut der Kuh ins Arschloch rein.

 

Da sagt die Kuh: Du dummes Schwein-
was schaust Du mir ins Arschloch rein?

 

Da sagt das Schwein: Du dumme Kuh-
warum knipst’s denn immer auf und zu!

 

 

Mehr zum Thema? Siehe
 
–> Momos Käseseite
 
–> Momo über Vegetarismus
 
–> Momos Klimaseite
 
–> Diese Milch-Info als pdf

 

Pfandflasche oder Elopak- was ist die beste

–> Momos Info Verpackung

 

 

–> zur Monschauer Bauernmilch

 

–> zum Hof Haus Bollheim

 

–> Haus Bollheim auf der momosite

 

–> Schrot & Korn

 

–> Demeter

 

 

Fundstück "strahlenfreie Milch" nach Tschernobyl, 1986

Post-Tschernobyl- Fundstück

 

 

 


•  Suche •  Sitemapnach oben •  ImpressumDatenschutz

 

 

keywords: momo, bioladen, biomarkt, biokiste, bio kiste, bio- produkte, bio-supermarkt, bonn, beuel, Verpackungs-ABC, Mikroplastik, bio fleisch, bio & regional, fairer handel, fairer kaffee, gemüse abo, bioprodukte, bio- obst, Lagertipps, Palmöl, Bio-Palmöl, Bisphenol, bio Eier, natur kosmetik, Saisonkalender, abo-kiste, gemüse-kiste, bio siegel, bio- rezepte, vegan, vegetarisch, biotofu, biobier

 

letzte Änderung:
Mi., 19.02.2020