Montag – Freitag: 8:00 – 20:00 Uhr
Samstag: 8:00 – 18:00 Uhr

Mauseloch

Herzlich willkommen bei Momo

dem ältesten Bioladen im Rheinland

Momo op kölsch

En Biolade, ech, dat et nor esu en Aat hät

Momo es en Biolade d’r eeschte Stund un d’r aale Schull.

Eeschte Stund meijnt, dröcklich un langksam jewahße ze sin, „biologisch-dynamisch“ brengk et op d’r Tippel. Aale Schull meijnt eso och hüchsten Aansproch aan de Ware wie och zielbewosstet Schaffe.

Shweerpunkte uns Arbeid wohr esu och uns Palett, de Fresch- un Kreelheet, Gesünde un Qualität als och Rejohn, Ömweltverdräglichkeet, gode Transportmeddel un spacke Tüt un Büggel zemol en Pandfläsch es besser wie Möll zo maache esuwie ander Enfalle met de m’r uns verkasematuckele un de m’r zick d’r Aanfang op dem Paneer han.

En d’r Praxis meijnt dat:

Uns Lade es 600 qm jroß, met en Bistro dodrenne un ene Bio-Metzgerei.

M’r föhre beinoh aachdausend Produkte de d’r Namen „ökologisch“ zomindes esu wigg och verdeenen.

Vür allem fresch levvensmeddel: över 200 Zoot Kis, Brud vun 6 rejohnale Backhuuse, e breide Palett Milchproduk, dat beste Obs- & Gemös em wigge Gägend. A breid Palett vun uns Bönnsche Tünnese, ech gode Partnerschaff wie och vun renommeete Pioniere. Un sämpliche War rund öm Huck & Hoor un Huus & Jaade.

He op d’r momosigg künn m’r zemlich dovun vermeddele, ävver net all. Aan enem Besök kutt nimmes erüvver, un dat es keine Dressverzäll, dann Momo moot kääl un wiev och ruche, schmecke, hüre un föhle, esu vür allem: ech erlevve.

Dämnoh Aasch huh noch Beuel. Momo es nit em Löffelseng ävver op de schäl sick.

Wann hät dat op?

Sperrwick morjens af aach

Wann mäht dat zo?

ochedaach öm aach Ovends, sambsdaach öm 6 Ovends

Aanklengele

0228 462 765

momo-raoul

schon gewusst?

Schon gewusst?

Bonn hat 338.000 Einwohner:innen, davon ein Drittel mit Migrationshintergrund.
Genau wie bei Momo, hier ist es ebenfalls ein Drittel.
Wie arm wäre die Welt ohne unsere Mitmenschen aus anderen Ländern!!!

Schon gewusst?

Wie wird Hafermilch hergestellt?
Hört sich komisch an, ist aber so: Die Sendung mit der Maus erklärt es kurz und knackig.

Das Richtige populär machen: Bauernstreik- Steuervergünstigungen- Subventionen UPDATE 24-02-10

An für sich haben die Bauern wahrscheinlich recht, nicht gebührende Entlohnung für deren Arbeit zu bekommen. Und wenn es nicht zu wenig Geld ist, zu heiß, zu kalt, zu trocken, zu nass- irgendwas ist immer.

Da steckt nicht wenig Ironie drin.
Keine Frage steht das Grundrecht auf Meinungsäußerung.
Was aber die aktuellen Proteste der Landwirte angeht, Null Verständnis meinerseits. Das mutet eher an als populistische Unterwanderung. Oder findet die Politik des Abwartens der vorherigen Regierung endlich ein Ventil?

Kein Verständnis, weil…

• es ist ein no-go, dort zu demonstrieren. wo sich rechtes Gedankenschlecht tümmelt; die Bauern lassen sich instrumentalisieren.
Das stieß mir schon bis zum Erbrechen auf, als ich die Corona-Gegner-Demos aus der Ferne verfolgte, wo selbsternannte Alleswisser mit Neo-Nazis und Heimatschützern auf die Straße gingen.
Wo die friedlichen Montags-Demonstrationen der DDR und Rufe wie „Wir sind das Volk“ verunglimpft wurden.

• Die Ampel bietet ein hervorragendes Feindbild. Auch selbst verursacht, die miserabelste Kommunikation aller bisherigen Regierungen, zwar auch die effektivste, was bspw. die Umsetzung der Wahlversprechen betrifft, trotz Corona, trotz Krieg- Kommunikation mangelhaft.

• was genau ist eigentlich der Unterschied zwischen dieser Vehemenz mit den Blockaden durch Traktoren im Vergleich zu jenen, die sich zur Erinnerung an unser eigentlich wichtigstes Ziel, der Reduktion von Treibgas-Emissionen, auf die Straße tapen und den Verkehr nicht minder zum Erlahmen bringen?

• was soll die Aussage, ohne Landwirtschaft hätten wir nichts mehr im Kühlschrank? Deren Ernte wird zu knapp 2/3 als Tierfutter verschwendet.
Aber es geht wohl auch hier eigentlich um die fehlende Wertschätzung. Die sie von mir auf diese Art nicht erhalten.

• Es ist allerhöchste Zeit, dass Steuervergünstigungen und Subventionen, die in die falsche Richtung wirken, abgebaut werden.
Wenn überhaupt, dann sollten wegweisende Ziele subventioniert werden.
Warum gehen die Bauern nicht auf die Straße, wenn Deutschlands top-ten der Lebensmittel-Industrie mal wieder die Preise drücken, das wäre doch mal ein Akt bewusstseinsbildender Aufmerksamkeitserweckung.

• Na und? Was passierte eigentlich, wenn die Steuervergünstigungen wegfielen?
Die Produkte würden teurer. Na so was. Werden sie sowieso.
Oder hat irgendwer gemerkt, dass die Pizza im Restaurant günstiger wurde, als die Umsatzsteuer gesenkt wurde? Nein, sie wurde stattdessen teurer.
Na und, wird sie jetzt teuer? Wie viele Cent? Wen wird das davon abhalten ins Restaurant zu gehen? Niemanden.

• On top: Was die Europäischen Agrarsubventionen betrifft sind es etwa 6,5 Milliarden € und damit steht Deutschland nur an dritter Stelle der Empfänger.

Dabei wird völlig vergessen, welchen Sinn das Ganze ursprünglich hatte, ähnlich dem Sinn eines Discounters, namentlich Aldi, dessen Aufgabe und Berechtigung es einst war, der Nachkriegsgesellschaft ein paar Hundert Grundnahrungsmittel zu erschwinglichem Preis anzubieten. Gegen Hungersnot, nicht für Geiz ist geil.
Eben diese Bezahlbarkeit ist eine der ursprünglich wesentlichen Funktionen dieser EU-Subventionen gewesen, hinzukam, die Märkte in einem völlig zerstörtem Europa zu stabilisieren.
Berechtigt. Damals.
Heute? Nein!
Heute spielen andere Dinge eine Rolle. Doch wie bei der Pendlerpauschale ist es nicht populär, nicht zielführende Subventionen auch als solche zu bezeichnen und konsequenterweise abzuschaffen. Der nächste Populist wartet schon hinter der nächsten Legislaturperiodenendeecke.

Es wird zwar auch von Einkommenssicherung in der Landwirtschaft sowie von Umwelt- und Nachhaltigkeitszielen gesprochen, die durch diese Gelder gesichert werden sollen, aber- hört hört, leere Worte. Im Ergebnis wird allein die Fläche subventioniert, wer viel hat bekommt viel, die Kleinen gucken in die Röhre, die Umwelt sowieso. Das ist Lobbyismus getriebene EU-Politik.

Nicht zuletzt werden durch Exporte subventionierter Überproduktionen die Weltmarktpreise sowie anderswo lokale Märkte kaputt gemacht, vor allem in den so genannten Entwicklungsländern, so dass dort Abhängigkeiten entstehen die eine Eigenversorgung konterkarieren, Strukturen, Preise, Wirtschaft vor Ort zerstören und hierzulande wird über das Problem der Migration gejammert, es ist irgendwie lächerlich aber eigentlich nur traurig.

Resümee?
• Veränderungen finden sicher bei dem und der Einzelnen statt. Erstmal. Aber irgendwann ist die Zeit gekommen, die Richtung zu weisen und das Richtige zu tun, auch wenn es unpopulär ist.
Weg mit diesen Steuervergünstigungen und Subventionen die irgendwem oder -was Schaden zufügen.

• Und was ist mit unseren Bio-Landwirt:innen? Mir ist nicht bekannt, ob auch nur ein einziger Bio-Landwirt an den Demos teilnimmt.
Hier machen diese Subventionen den Kohl zudem deutlich weniger fett. Es sind vor allem Betriebe, die auf Bio umstellen, die gefördert werden und damit sind die Alteingesessenen unfairem Wettbewerb ausgesetzt.
Momos Landwirte bekommen so viel Geld für ihre Ware, wie sie brauchen. Da stehen Preise gar nicht zur Diskussion.
Für alles und alle lege ich meine Hand nicht ins Feuer. Aber die Bio-Bewegung hat ja nicht nur den Anbau im Fokus, sondern auch das gesamte Drumrum, da stehen partnerschaftlicher Umgang und faire Preise ganz oben auf der Agenda.

Das Richtige populär machen

Es kann nicht die Aufgabe eines Politikers sein, die öffentliche Meinung abzuklopfen und dann das Populäre zu tun. Aufgabe der Politiker ist es, das Richtige zu tun und es populär zu machen.

Walter Scheel
deutscher Politiker, von 1974-79 Bundespräsident

rheinisch-ökologisch: momo-raoul
im Januar 2024

Hier gibt’s diesen Text als pdf

NACHTRAG:
Immer wieder belustigend, eigentlich ein Armutszeugnis: dass Minister:innen keine Ahnung von ihrem Metier haben, aber so isses.
Ilse Aigner, Landwirtschaftsministerin vor 10 Jahren mit ihrem -> Beitrag über Heumilch & Laktose.

NACHTRAG:
Verschiedene Bio-Verbände haben sich zu dem Thema geäußert.

Bereits Mitte Dezember schrieb Thorsten Block vom Biokreis e.V. in einem Offenen Brief an unseren Kanzler:

Sehr geehrter Herr Bundeskanzler Scholz,
wir bitten Sie, die Abschaffung der Agrardiesel-Rückvergütung zu überdenken. Diese Entscheidung stellt eine deutliche finanzielle Belastung für Landwirtinnen und Landwirte dar und setzt falsche Signale für die notwendige Transformation der Landwirtschaft.
Die Dieselrückvergütung ist ein Instrument, das insbesondere kleinbäuerliche und ökologisch wirtschaftende Betriebe entlastet. Entfällt sie, werden das Höfesterben und der Strukturwandel in der Landwirtschaft noch einmal beschleunigt. Der Ausbau des Ökolandbaus wird Rückschläge erleiden.
Langfristig wird die Streichung der Vergütung auch für Verbraucher:innen zu steigenden Lebensmittelpreisen führen.
Kurzfristig werden aber vor allem landwirtschaftliche Betriebe die Leidtragenden sein. Sie werden die Mehrkosten für ihre Produktion beim Verkauf nicht weitergeben können und daher mit sinkenden Einnahmen umgehen müssen.
Das trifft kleinere und mittlere landwirtschaftliche Betriebe besonders hart, weil sie weniger Spielraum haben, die Mehrkosten auszugleichen. Dabei sind es erwiesenermaßen gerade die bäuerlichen Betriebe mit kleinräumiger Landnutzung, die einen hohen Mehrwert für die Artenvielfalt bieten. Sie gilt es zu erhalten und zu fördern, wenn der Regierung die Transformation der Landwirtschaft zu mehr Umwelt- und Klimaschutz ein echtes Anliegen ist.

Ökologische Betriebe müssen zudem aufgrund alternativer mechanischer Verfahren ihre Flächen häufiger befahren. Das erspart den Einsatz chemisch-synthetischer Pestizide und hält Boden und Gewässer frei von Schadstoffen. So entlastet die ökologische Landwirtschaft nachweislich die Umwelt und erspart der Gesellschaft hohe Folgekosten. Gerade diese nachhaltige Form der Landwirtschaft würde nun vor zusätzlichen finanziellen Herausforderungen stehen.

Der Bioverband Biokreis e.V., der sich für die Förderung der ökologischen Landwirtschaft einsetzt, betrachtet diese Entwicklungen mit großer Sorge. Die Abschaffung der Dieselrückvergütung steht im Widerspruch zu den drängenden Herausforderungen im Umwelt- und Klimaschutz und zur notwendigen Transformation hin zu einer nachhaltigeren Landwirtschaft.
Es ist von entscheidender Bedeutung, dass politische Maßnahmen die Belange und Herausforderungen der Landwirtinnen und Landwirte angemessen berücksichtigen. Die Abschaffung der Dieselrückvergütung erfordert daher eine kritische Überprüfung der Auswirkungen auf die Wirtschaftlichkeit und die Existenzgrundlage der genannten Betriebe. Wir bitten, die Entscheidung zu überdenken oder unseren Betrieben Wege aufzuzeigen, wie entstehende Belastungen kompensiert werden können.

 

Der BÖLW, Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft, schreib am 5.1.24 in einer Pressemitteilung:

Keine Haushaltssanierung auf Kosten des überfälligen ökologischen Umbaus von Landwirtschaft und Ernährung

Anlässlich der aktualisierten Pläne der Bundesregierung, die KFZ-Steuerbefreiung für Landmaschinen beizubehalten und die Argrardieselbeihilfe stufenweise abzuschaffen, erklären die Mitglieder des BÖLW:

Der Aufbruch in den ökologischen Umbau der Agrarpolitik darf nicht blockiert werden. Der Umbau von Landwirtschaft und Ernährung kann nicht funktionieren, wenn der Haushalt zu Lasten der Landwirtschaft saniert werden soll. Mittelkürzungen dürfen nicht zu Belastungen führen, die die Wettbewerbsfähigkeit der Betriebe in offenen Märkten verschlechtern, aber keinerlei positiven Beitrag zu Umwelt- und Klimaschutz leisten. Der ökologische Umbau kann nur funktionieren, wenn der Staat in den notwendigen Umbau investiert.

Verteuerung des Agrardiesels leistet keinen Beitrag zum Klimaschutz
Die geplante schrittweise Verteuerung des Agrardiesels ohne Kompensation und Alternativen setzt keinen Impuls für eine fossilfreie klimafreundliche Landwirtschaft. Für die meisten Anwendungen gibt es bislang keine alternative Technik, mit der Bäuerinnen und Bauern mit klugen Investitionen umweltfreundlicher wirtschaften können. Bio-Bäuerinnen und -Bauern beackern ihre Flächen schon jetzt mit einem deutlich reduzierten Energieeinsatz pro Hektar. Eine weitere Optimierung ist kaum möglich, so dass sie von den Zusatzbelastungen erheblich betroffen wären.

Landwirtschaft braucht erneuerbare Energie
Wir fordern die Bundesregierung auf, heimische unverarbeitete Pflanzenöle von der Kraftstoffsteuer zu befreien. Denn es wir brauchen dringend Alternativen zur Dieselnutzung.

Korrekturen der Pläne sind richtig
Wir begrüßen die Pläne zur Beibehaltung der Steuerbefreiung für Landmaschinen, auch weil mit einer Änderung erheblicher bürokratischer Aufwand verbunden wäre.

Ökologischer Umbau braucht Mut
Damit die Haushaltskonsolidierung mit positiven Effekten für Umwelt und Betriebe verbunden werden kann, brauchen wir die Akzeptanz und Mitwirkung des gesamten Sektors. Die Umbaukonzepte der Zukunftskommission Landwirtschaft und der Borchert-Kommission liegen der Bundesregierung vor und müssen unbedingt berücksichtigt werden. Es ist ein Fehler, die Arbeit der Bäuerinnen und Bauern zusätzlich zu belasten, während an anderer Stelle neue Milliarden für einen Industriestrompreis gewährt werden sollen oder die geplante Kerosinsteuer nun doch nicht kommen soll. Dies geht zu Lasten des Mittelstandes.

An die Landwirtschaft werden zu Recht hohe gesellschaftliche Anforderungen gestellt wie eine artgerechte Tierhaltung und besserer Umweltschutz. Klimaschutz und Klimaanpassung stellen Höfe vor wachsende finanzielle Herausforderungen. Landwirtschaft und Ernährung müssen umgebaut werden, damit sie zukunftsfähig werden.

Die Zunahme der Extremwetterereignisse beweist, wie notwendig die Transformation der Landwirtschaft hin zu mehr Klima- und Umweltschutz ist. Damit sie gelingt, brauchen Bäuerinnen und Bauern auskömmliche Preise für die wertvollen Lebensmittel und die Leistungen, die sie für die Allgemeinheit erbringen. Bäuerinnen und Bauern brauchen dringend kalkulierbare politische Rahmenbedingungen, um den ökologischen Umbau gestalten zu können. Vorschläge dafür hat der BÖLW beispielsweise mit einem Modell für EU-Agrarpolitik ab 2027 vorgelegt.

Die Mitglieder des BÖLW appellieren an alle, die ihr Demonstrationsrecht wahrnehmen, die demokratischen Regeln einzuhalten. Wir verurteilen Proteste mit menschenverachtenden und demokratiefeindlichen Parolen sowie von Hass und Hetze sowie Angriffe auf Politiker.

Am 20. Januar findet in Berlin die Demonstration: „Gutes Essen braucht Zukunft – für eine gentechnikfreie, bäuerliche und umweltverträgliche Landwirtschaft!“ statt. In diesem Kontext fordern wir von der Bundesregierung gemeinsam mit vielen weiteren gesellschaftlichen Akteuren eine bessere Agrarpolitik, für eine Landwirtschaft der Zukunft.

NACHTRAG:
Selten erhielt ich derart viele Rückmeldungen, einige Dutzend. Davon 98% positiv bis dankbar; allein ein Mensch fühlt sich durch meine verbale Attacke auf jene Corona-Demonstrant:innen persönlich angegriffen, was keineswegs in meiner Absicht liegt, aber gerne möchte ich verstehen, warum mensch eine Demonstration nicht verlässt, wenn nebenan ein Reichsbürger mit schwarz-weiß-roter Fahne die übrigen Demonstranten zu seinem niedrigen Zwecke instrumentalisiert.

Im Übrigen, falls es nicht deutlich rüberkommt, verstehe ich natürlich die Landwirte, dass das Fass überläuft. Es läuft schon lange über. Allein der Rahmen, der Zeitpunkt, meines Erachtens verfehlt. Nicht die Ampel ist Schuld sondern die Jahrzehnte des Abwartens, fehlender Führung, „der Markt wird es schon richten“ hat sich noch nie als wegweisend erwiesen.

momo-raoul

Momo ist...

Momo ist…
DER Bioladen der ersten Stunde in Bonn-Beuel

Auf über 600 qm führen wir fast 6000 Artikel; das beste Obst- und Gemüseangebot im weiten Umkreis, die vielleicht längste Bio-Käse-Theke der Nation, Brot aller lokaler Biobäcker:innen, eine breite Palette Milchprodukte und sehr vieles mehr. Ein breites Vollsortiment unserer regionalen Partner wie auch bekannter Naturkost-Pioniere sowie sämtlichen Bedarf rund um Haut & Haar und Haus & Garten.

Momos Lieferdienst bringt’s nach Hause, bevorzugt mit dem Transportrad. Momos Onlineshop verschafft den Durchblick. Darüber hinaus sind ein Bistro und ein Bio-Metzger integriert.

Erste Stunde bedeutet, Momo ist ein Pionier der Branche, natürlich und langsam gewachsen.
Alte Schule bedeutet höchsten Sortimentsanspruch als auch zielbewusstes Handeln. Es genügt nicht, wenn allein auf Pestizide und Kunstdünger im Anbau verzichtet wird. Es geht um weit mehr als das. So sind unsere Schwerpunkte sowohl Auswahl, Frische, Gesundheit und Qualität als auch Regionalität, Ökologie, Umweltschutz, Transport- und Verpackungsvermeidung sowie weitere Ansprüche, die wir teilweise seit der Gründung 1983 verfolgen. Denn ‚Bio‘ hört nicht beim Anbau auf sondern fängt da erst an!

Hier auf der momosite können wir einiges davon vermitteln, aber bei weitem nicht alles. An einem analogen Besuch kommt niemand vorbei, denn Momo muss mensch auch riechen, schmecken, hören und fühlen; erleben.

Deine Momos

Momos Website...

…ist seit 2023 auf notwendigem technischen Niveau angekommen. Das inhaltliche Niveau leidet nicht, allerdings dauert es, bis die Sammelsurien aus Jahrzehnten überarbeitet und neu strukturiert wieder online stehen.
Die frischsten Neuerungen:

Fehler gefunden? Feedback? Freue mich über Lob & Tadel, bitte an raoul@bioladen.com

Momos Arbeit...

Arbeit bei Momo- Rückblick, Überblick & Durchblick 40 Jahre Momo

»WÄHLE EINEN BERUF, DEN DU LIEBST, UND DU BRAUCHST NIEMALS IN DEINEM LEBEN ZU ARBEITEN.«
KONFUZIUS CA. 500 V. CHR.

»WE DON’T WANT JUST ONE CAKE – WE WANT THE WHOLE FUCKING BAKERY!«
MOMO, 1983 N. CHR.

RÜCKBLICK
In den 1980er-Jahren war Momo ein Kollektiv, das heißt, der eigentliche Chef war keine Person, sondern der Betrieb selbst. 
Unabhängig von Erfahrung oder Qualifikation fand eine gleiche Entlohnung statt. Diese Form des Einheitslohns gab es noch viele Jahre und noch heute sind die Unterschiede zwischen dem höchsten und dem niedrigsten Gehalt gering. Und, wichtig, alle Gehälter, auch das Chefgehalt, stehen in Relation zu einer Leistung.

Besonders bei Momo ist unter anderem, dass die personelle Besetzung höher ist als anderswo. Mit dem Vorteil, dass der Arbeitsdruck niedrig bleibt, weniger Stress, mehr Flexibilität, Kreativität, mehr Zeit für besondere Kundenwünsche möglich ist.
Mit dem Nachteil, dass die Entlohnung auf mehr Menschen verteilt wird.

Die Hierarchie bei Momo ist nach wie vor flach. Es gibt einen Chef, dutzende Mitarbeiter:innen mit Mitspracherecht, wenn nicht gar -pflicht, Wünsche und Verbesserungsvorschläge finden ein offenes Ohr. Selbständigkeit und Verantwortungsbereitschaft stehen ganz oben.

ÜBERBLICK
Bei über 50 Gesichtern kann schon mal der Überblick verloren gehen…
das hat aber nichts mit Fluktuation zu tun – denn die 36 Momos, plus aktuell 2 Azubis, plus ein paar Aushilfen die es nicht anders können oder wollen, sind im Schnitt seit 12 Jahren hier bei Momo – sondern mit der Masse Mensch, denn hinzu kommen die Kurierfahrer:innen, das Bistro und die Metzgerei, schon tummelt ein kleiner Ameisenhaufen. Obwohl manche Momos kaum sichtbar sind, die mischen gerade unsere Hausmarke Müsli oder tüten Körner ein oder disponieren Kundenbestellungen und packen Kisten für den Lieferdienst, der fast 1/4 unseres Umsatzes ausmacht.

Bei so viel Arbeit kann schon mal der Überblick verloren gehen…
Die Momos wirbeln in zwei Schichten zwischen 6 und 21 Uhr. Jeden Tag kommen ein paar unserer 80 (!) Lieferanten, täglich bis zu 4 Bäcker, bis zu 6 Gemüselieferanten. 100 Regalmeter Obst & Gemüse wollen bestückt sein, 170 Käsen gepflegt, hunderte Artikel in die Regale geräumt werden.

Ein paar Verkaufs-Zahlen aus 2022:
350.000 Eier, 32.000 Gurken, 7,5 Tonnen Rote Paprika, 37 Tonnen Bananen, fast 50 Tonnen Äpfel, 100.000 Liter Milch, 15.000 Mozzarella, über 5 Tonnen junger Gouda, 20.000 Passata & Cubetti – bestellt, geräumt, gegessen.
WOW!

Wie anhand dessen zu vermuten ist, ein Schwerpunkt unseres Tuns liegt im Frischebereich: 2/3 unseres Umsatzes generieren wir mit Lebensmitteln, die innerhalb weniger Tage verderben. Die möglichst wenig verarbeitet, möglichst frisch und damit maximal ökologisch und gesund sind.
Aber auch besonders Arbeitsintensiv, weshalb viele Mitbewerber diesen Aufwand geringhalten oder gänzlich auf vorverpackt und Selbstbedienung setzen bzw. es wird eher weggeworfen als gepflegt;
daher investiert Momo bis zu 25% ihres Umsatzes, bis zu 3/4 aller Kosten in die Gehälter und damit in die Menschen, die hier arbeiten. Der Branchendurchschnitt liegt unter 20%.

DURCHBLICK
Steigende Kosten, sinkende Umsätze, davon sind auch wir Momos betroffen. Angesichts der Umsatzrekorde, die wir durch Corona erreichten, auf der einen Seite Jammern auf hohem Niveau, wir sind noch oberhalb des Prä-Covid-Niveaus.
Da aber die Kosten, vor allem Gehälter, extrem gestiegen sind, machen uns die sinkenden Umsätze leichte Bauchschmerzen. Denn trotz der deutlich geschrumpften Preis-Schere zwischen bio und konventionell- wir sind gar nicht mehr so teuer wie unser Image- spart „der Deutsche“ nämlich vorrangig beim Essen.
Ich verstehe ja, dass Krieg und Inflation kombiniert mit Unkenrufen selbsternannter Wirtschaftweiser zu Verunsicherung führen. Aber beim Essen sparen- läge mir fern. Ist für mich die Priorität No.1

Tröste dich, solltest auch Du von steigenden Kosten betroffen sein: Dein Geld ist ja nicht weg, sondern nur wo anders 😉
Wenn‘s dann bei Momo Zwischenstopp macht, von jedem Euro, den du hier lässt…
– gehen 10 Cent direkt an Vater Staat
– gehen über 60 Cent an unsere 80 Lieferanten
– gehen 5 Cent drauf für Energie, Verpackungsmaterial, Kurierfahrer,…
– bleiben 25 Cent übrig für die Menschen hier bei Momo
So in etwa. Also alles bestens investiert.

MEIN BLICK
„Wähle einen Beruf, den Du liebst, und Du brauchst niemals in Deinem Leben zu arbeiten“ mag eine Prise dramatisch klingen, ist aber nur meine persönliche Sichtweise.
Denn wenn die Arbeit fertig macht, wenn die Arbeit zur Last wird, such dir eine, die deinen Talenten und Wünschen näherkommt. Die kostet keine Kraft, sondern setzt Kräfte frei.

momo-raoul im November 2023

Momos Werte...

Ausverkauf der Werte?

Auf altbekannte Markennamen ist kein Verlaß. Ob Tempo, Brandt, Grundig,…, Namen, die mich in meiner Jugend begleiteten, das ist alles nicht mehr das Gelbe vom Ei sondern schlichte Massenware aus Fernost.

Nicht viel anders ergeht es manch altbekannter Biomarke. Die Pioniere von einst sind in die Jahre gekommen, Nachfolgeoptionen gestalten sich oft schwierig, aufgrund der hohen Rentabilität in der Bio-Branche stehen fragwürdige Konzerne in den Kauflöchern. Mit einer solchen Übernahme stehen die Inhalte auf dem Prüfstand.

Genügt „Bio“ wenn es sich auf die Art & Weise des Anbaus beschränkt?

Etwa 90% des weltweiten Lebensmittelhandels sind in der Hand ein paar weniger Konzerne. Wal Mart, Unilever, Nestlé, Aldi, Schwarz-Gruppe, Metro und Co bestimmen, was auf unsere Teller kommt und das ist definitiv nicht das Beste und Gesündeste und Ökologischste sondern mit Sicherheit allein das, womit am meisten Geld zu verdienen ist.
Die Folgeschäden diesen Handelns begleichen- wie immer- die Steuerzahler, zu denen, auch das noch, diese Konzerne meist nicht zählen.

Auf der anderen Seite stehen wir Momos, David vs. Goliath. Inhabergeführter Betrieb, flache Hierarchie.
Unsere Partnerbetriebe sind ebenfalls inhabergeführt, handwerkliche Hersteller, kleinbäuerliche Strukturen, regional, mit zukunftsfähigen, sozialökologischen Haltungen. Mit persönlicher Verantwortung.

Regionalität, Transportwesen, dezentrale Strukturen, Verpackungsvermeidung, Fairer Umgang zwischen den Handelspartnern, das alles sind Fremdworte in einer dem finanziellen Profit untergeordneten Marktwirtschaft, aber Hauptworte wenn es um unser Tun und Lassen hier bei Momo geht.

Momos Sortimentspolitik ist nicht frei von Kompromissen. Aber die Prioritäten sind klar gesetzt. Und der Mut, zwielichtige Eigentumsverhältnisse aus dem Sortiment zu bannen, ist vorhanden:
Stehen kapitalgetriebene Strukturen und Interessen im Vordergrund, ziehen diese auch Bio-Produkte in eine Preis-Spirale herunter. Auf der Strecke bleibt die Qualität, die Menschen werden zur outgesourcten Humanressource, saisonale Besonderheiten, Vielfalt, handwerkliche Produktion schaden der Rendite, Transportwege werden länger weil Arbeitskräfte anderswo billiger sind.
Nicht unser Ziel
Daher findet Ihr kaum Produkte bei Momo deren Inhaber, nach unserem Ermessen, nicht wenigstens halbwegs ernsthaft bei der Sache sind. Ausnahmen für Unersetzliches bleiben gelistet bis es adäquaten Ersatz gibt. Und so mag es passieren dass plötzlich Dein Lieblingsmüsli nicht mehr bei Momo im Regal steht. Weil Allos, De Rit, Davert, Provamel, Pukka, Wagner, Lima, Bionade,…, Logona, Sante, Fitné, to be continued, weil Pioniere der Branche ihre Seelen verkauften. Für schnöden Mammon.

Es gibt nur einen Weg gegen solche Machtkonzentrationen: schwindende Umsätze.

Euer Regionalwarenoldschoolbioladen Momo