Montag – Freitag: 8:00 – 20:00 Uhr
Samstag: 8:00 – 18:00 Uhr

Mauseloch

Gift im Essen

Gift im Essen - Nein Danke

Das Thema ‚Gifte im Essen‘ ist die Büchse der Pandora. Es bedarf nicht einer einzelnen Seite wie dieser sondern vielmehr einer ganzen Datenbank.
Da ich auch noch andere Sachen zu tun habe, geht es hier also vorwiegend um die Stoffe, die, aus welchen Gründen auch immer, in Lebensmitteln gefunden werden und so meinen Alltag als Konsument, aber auch als Ladner betreffen.

Das ist nicht abgetan mit einem A-Z von Giften und Grenzwerten. Es geht auch um das Verständnis der Zusammenhänge, vom Ursprung des jeweiligen Stoffs über dessen Bewertung aus unterschiedlichen Perspektiven bis hin zur medialen Darstellung und um die daraus resultierende Konsequenzen.

Die Themen:
Was sind Schadstoffe
Wie werden Schadstoffe entdeckt
Was sind Grenzwerte
Warentest
Skandale
ABC der Schadstoffe– to be continued !

Was sind Schadstoffe?

Im Sprachgebrauch bedeutet Schadstoff soviel wie: schädlich für Menschen, Tiere, Pflanzen. Die Aufnahme ist schädlich.
Als Gifte bezeichnet werden auch Drogen, die innerhalb einer Gesellschaft nicht akzeptiert werden, bspw. wird bei uns Alkohol nicht als Gift sondern als Genussmittel angesehen, was einfach nicht richtig ist. Eine der gesellschaftlichen Mehrheit geschuldete Bewertung, oder doch eine dem Lobbyismus geschuldete?
Auch hier macht erst die Dosis das Gift doch das Thema geht mir hier eh zu weit.

Grob unterteilt gibt es natürliche und künstliche Gifte. Natürliche sind bspw. Schimmelpilze, wenn die falschen Pilze an der falschen Stelle sind. Nusskerne enthalten Blausäure. Rhabarber enthält Oxalsäure. Cadmium kommt natürlich vor in der Erdkruste und ist daher zB in Kakao nachweisbar. Auch hier gilt, Gift ist nicht immer = Gift, auf die Dosis kommt es an. Meistens. Niemandem bekommt es, täglich 5 Liter Cola, Wein oder selbst guten Apfelsaft zu saufen, das ist einfach zu viel.

Künstliche Schadstoffe sind anthropogenen Ursprungs, also vom Menschen verursacht. Vor allem durch die Industrialisierung. Wo soll ich da anfangen? Dazu zählen Unkraut-, Insekten- und Pilzvernichtungsmittel, Düngemittel, Feinstaub durch Industrie und Verkehr, ich verweise auf die Einleitung: es Bedarf einer ganzen Datenbank um das abzuhandeln.

Egal welches Genuss- oder Lebensmittel, es findet sich etwas, wenn es denn gesucht wird. Das ist fatal für alle lebenden Organismen, wenn es um künstliche Schadstoffe geht, egal in welcher Dosis. Die dauerhafte Berieselung mit minimalen Dosen führte bereits dazu, dass der gesamte Globus verseucht ist und damit die Nahrungskette.
Die ‚Krone der Schöpfung‘ zielt eben mehr auf wirtschaftliche Interessen ab und entwickelt dabei eine Rücksichtslosigkeit, wie sie in der Natur ansonsten nicht vorkommt, abgesehen der eines Krebsgeschwürs.

Relativer ist, wenn natürlich vorkommende Gifte mitunter in einem Produkt sind. Wissenschaft ist, einen Stoff zu isolieren, zu konzentrieren, seine Wirkung bis zur letalen Dosis im Tierversuch zu testen und daraus Rückschlüsse derer Wirkung auf andere Organismen zu ziehen. Zu Ende gedacht bedeutet es aber, dass alles giftig ist.
Was hier fehlt ist die Berücksichtigung der Wirkstoffe in ihrer Gesamtheit: Es ist nicht nur der eine Stoff, es sind zahlreiche Stoffe gleichzeitig, deren Wirkung in ihrer Komplexität nicht wissenschaftlich betrachtet wird.

Wie werden Schadstoffe entdeckt?

Mit reifender Technik werden heute Schadstoffe nachgewiesen, die bis dahin unterhalb so genannter Nachweisgrenzen lagen.
Das hört sich gut an, wird aber leider offenbaren, dass unser Planet, bis in die unberührtesten Regionen, verseucht ist.

Es gibt keine Spektralanalyse, die das Ergebnisse ausspuckt ohne vorher eine klare Ansage zu bekommen. Also, es muss eingegrenzt werden, wonach gesucht wird, dann gibt es ein Ergebnis ob das Gesuchte auch gefunden wurde. Daher beschränkt sich die Suche stets auf aktuelle Verdächtige.
Das weiss auch der konventionelle Landwirt und benutzt daher deutlich weniger eines einzelnen Pestizides, dafür aber aber ein ganzes Potpourri an Pestiziden, um so die Grenzwerte einzuhalten. So geht heute Landwirtschaft. Mit der fatalen Begleiterscheinung, dass Wechselwirkungen dieser Cocktails gänzlich unberechenbar sind.

Um nach Giften zu suchen, die bereits seit Jahren verboten sind- unbeachtet der Tatsache, ob diese Gifte dennoch hier produziert und exportiert werden dürfen, um dann über einen Umweg auf unseren Tellern zu landen- bedarf es eines Auslösers.
Stichwort DDT. Google das mal, interessante Geschichte. Es ist eher sehr wahrscheinlich, das einst weltweit massenhaft genutzte Insektizid bzw. dessen Langzeit-Abbauprodukte, auf unseren Tellern wiederzufinden.
Stichwort Asbest, ist nochmal eine andere Geschichte, aber hier offenbart sich anschaulich die Macht des Kapitals. Ethikfreie Machenschaften einiger Weniger. Es hat 100 Jahre gedauert, von der Erkenntnis der Toxizität bis zum Verbot.
Perfluoroktansäure (PFOA), DuPont in den 1970ern, auch sehr interessante Geschichte, ist ein weiteres unzähliger Gifte, die den Homo Sapiens noch so lange begleiten werden, wie dieser hier auf der Erde verweilt.
Dass Glyphosat seit 1983 nachweislich kanzerogen wirkt und es dennoch Jahrzehnte dauert, bis es vom Tisch ist, damit aber noch lange nicht aus unserer Umwelt, ein weiterer Beleg für Kurzsichtigkeit und Egomanie.

Auch innerhalb der Bio-Branche gibt es ein engmaschiges Netz, das Produkte auf Schadstoffe analysiert. Mit Bio-Branche meine ich hier, jene Hersteller und Großhändler, die allein kontrolliert biologische Ware erzeugen bzw. vertreiben.
Diese Ergebnisse werden nicht publiziert. Das ist auch nicht der Sinn der Sache. Der Sinn ist, bei Kontaminationen, einvernehmlich nach deren Ursachen zu forschen um diese künftig zu vermeiden. Für einen seriösen Produzent ist das also eine wertvolle Hilfestellung.

 

Dazu musst du wissen, die Lieferketten sind, vom Feld bis in den Laden, lückenlos rekonstruierbar. Allein dank dieser, im Lebensmittelmarkt einmaligen, Transparenz von Herkunft und Verarbeitung, ist es überhaupt möglich die Ursachen zu finden. Der Aufwand solcher Analysen sowie der Gewährleistung der Transparenz von Herkunft und Verarbeitung ist hoch und mit ebensolchen Kosten verbunden.
Haltbare Produkte werden von seriösen Herstellern analysiert bevor sie auf den Markt kommen. Das ist nicht selbstverständlich, im konventionellem Markt erfährt man eher gar nichts oder das Produkt ist schon längst verzehrt worden.
Bei frischen Produkten ist die Zeit knapp für solche Analysen; allerdings bieten sie dann Schutz für die Zukunft, denn die Inverkehrbringer kontaminierter Ware werden, zumindest vorläufig, von der Vermarktung ausgeschlossen.

Wenn wir allerdings Gifte in Bio-Produkten vorfinden, Spritzmittel der konventionellen Landwirtschaft, Nervengas aus konventioneller Lagerhaltung, dann klingeln alle Glocken.
Ein Bio-Landwirt, der absichtlich bspw. verbotene Pestizide verwendete, verlöre innerhalb kurzer Zeit seine Lizenz und damit stünde dessen Existenz auf dem Spiel. Das schließt einen absichtlichen Betrug in unserem Wirkungskreis im Prinzip aus. Wer aber aus Habgier die Gesundheit der Verbraucher:innen aufs Spiel setzt gehört hinter Gitter.

Was sind Grenzwerte?

Es ist, sorry falls ich damit dein Weltbild zerstöre, eine naive Vorstellung, Vater Staat würde das schon alles im Interesse der Umwelt, Mensch und Tier eingeschlossen, erledigen. Denn es ist wenig fürsorglich, bei der Bestimmung ‚verträglicher’ Dosen zwischen wirtschaftlicher Machbarkeit und gesundheitlicher Bedenklichkeit abzuwägen. Tatsächlich aber eine für den Erhalt unseres Wohlstands kaum abzuändernde Machart, denn in letzter Konsequenz läge unsere Wirtschaft, so wie sie jetzt ist, am Boden.

Grenzwerte und Verbote ordnen sich wirtschaftlichen Interessen unter.
Im Vergleich der Gesetzgebung verschiedener Staaten gibt es verschiedene Betrachtungsweisen. Höchstmengen, die hierzulande noch als verkehrsfähig gelten, sind anderswo verboten und umgekehrt. Beispielsweise wurden, als der Handel mit spanischen Erdbeeren aufgrund zu hoher Pestizidrückstände auszusetzen drohte, einfach die Grenzwerte erhöht (und das unter Rot-Grün zur Jahrtausendwende, es mag parteipolitischem Kompromiss-Zwang zuzuschreiben sein…). In der Folge wachten die Landwirte im Plastikmeer in Almeria auf, aber nicht etwa um auf Bio-Anbau umzusteigen, sondern verwendeten o.g. Pestizid-Cocktails um die Grenzwerte wieder zu unterschreiten.

Wissenschaftliche Versuchsreihen können verschiedene Ergebnisse bringen und Handlungsempfehlungen konträr ausfallen.

Ein weiterer gewagter Schritt ist, aufgrund der Wirkung eines isolierten Stoffes im Tierversuch Rückschlüsse auf die Wirkung des komplexen Lebensmittels auf den Menschen zu ziehen. Es sind Vermutungen.

Also: Schadstofffreiheit kann schon lange niemand mehr garantieren. Da nutzt auch kein Bio-Zertifikat. Damit du nun nicht verzweifelt die Hände überm Kopf zusammenschlägst, es gibt nur eine Form der Landwirtschaft, die nicht noch mehr Schadstoffe in die Gegend pustet, das ist die Biologische.
Naturkost- Hersteller orientieren sich übrigens nur im ungünstigsten Fall an gesetzlichen Grenzwerten; im günstigsten Fall orientieren sie sich an hauseigenen oder branchenweiten Empfehlungen, die zwischen 10 und 50% des gesetzlich zugelassenen Höchstwertes liegen.

 

Warentest

Es mag einfacher sein, mit einem Testergebnis aus einschlägigen Medien in der Hand, vor dem Regal zu stehen und das ‚richtige‘ auszusuchen.
Es ist schwieriger, Unternehmen zu finden, deren Motivation nicht vorrangig im wirtschaftlichen Ertrag fusst, deren Produkte nach bestem Wissen und Gewissen lupenrein erzeugt werden. Aber es gibt sie, es ist eine wachsende Zahl, es sind Menschen und die können tatsächlich gut schlafen und morgens zuversichtlich in den Spiegel schauen.

Es ist nicht abwegig, das Schlechte zu vermuten, im Gegenteil. Der Grossteil der Menschheit hat nur das Wohlbefinden seiner direkten Umgebung im Sinn. Eine möglicherweise steinzeitliche Überlebensstrategie, die der Homo Sapiens leider noch nicht verlernt hat. Das betrifft aber möglicherweise auch die Herausgeber:innen einschlägiger Testzeitschriften. Beim zu Rate ziehen entsprechender Lektüre solltest du beachten, dich nicht selbst vor jemandes Karren zu spannen; es sollte dir bewusst sein, dass eine Verquickung von wirtschaftlichen Interessen einer Test-Zeitschrift mit jenen, die sich anschliessend mit einem guten Testergebnis rühmen dürfen, ein zweifelhaftes Unterfangen ist.

Ein seriöser Test, ein schlüssig gezogenes Ergebnis sowie eine entsprechende Benotung bedingt verantwortungsvollen Umgang mit dieser Macht. Professionelle journalistische Recherche. Kein Könnte, müsste, sollte, keine dubiosen Kriterien, keine Schlagzeilen im Stile einer BILD.
Eine seriöse, unabhängige Bewertung steht in Diskrepanz zu finanziellen Interessen durch hohe Auflagen, durch Tantieme für die Nutzung der Testergebnisse zu Werbezwecken.

Für mich gehört zu einer seriösen Bewertung…

  • Die Bewertungskriterien sollten eine umfassende Beurteilung der Produkte gewährleisten; dazu gehört auch, dass die ökologische Landwirtschaft honoriert wird. Die Bedingungen der Erzeugung und Verarbeitung, die Bio ausmachen als auch der Beitrag von Bio zu wichtigen gesellschaftlichen Zielen im Umweltschutz sind regelmäßig nicht Gegenstand der Bewertung. Nachhaltiges Wirtschaften, Grundwasserschutz, Boden-, Klima-, Umweltschutz, Verzicht auf chemisch- synthetische Pestizide und Düngemittel, Gentechnikfreiheit, soziale Standards, Tierschutz, das sind Punkte die ganz oben stehen sollten.
  • Vollwertig Ernährung ist unterbewertet; beispielsweise wird bei manchen Produkten nicht die Art des eingesetzten Mehls, Weißmehl oder das ernährungsphysiologisch wertvollere Vollkornmehl, berücksichtigt.
  • Welche Dominanz spielen Geruch, Geschmack, Konsistenz und Aussehen wenn diese allein aufgrund künstlicher Aromen, mithilfe Geschmacksverstärker und fragwürdiger Zusatzstoffe geschaffen werden? Diese sind in Bio-Produkten nicht zugelassen und das ist auch richtig so.
    Wenn eine bestimmte Farbe oder Konsistenz eines Produktes nur durch fragwürdige Zusatzstoffe erreicht werden kann, führt das regelmässig zu einer Abwertung des unbehandelten Produktes. Ebenso ist das Vermeiden stabilisierender Zusatzstoffe vor allem bei traditionellen Herstellungsverfahren Standard. Den bio-affinen Kund:innen darf und kann das Produkt aber sehr wohl schmecken, da deren Geschmacksknospen nicht dem synthetischen Umgewöhnungsprozess erlegen sind.
  • Bitte keine subjektive Gewichtung der Bewertungskriterien. Welcher Tester ist objektiv urteilsfähig, wenn er auf konventionelle Produkte trainiert ist? Abwertende Kriterien sollen sorgfältig in Relation gesetzt werden.
  • Bio-Produkte werden abgewertet, wenn der BNN-Orientierungswert (eine freiwillige Selbstverpflichtung der Branche, zwischen 10 und 50% der gesetzlich zulässigen Höchstwerte) nicht eingehalten wird.
    Konventionelle Produkte hingegen werden an den gesetzlichen Höchstmengen gemessen und weisen deshalb möglicherweise deutlich höhere Rückstandswerte auf, ohne dass eine Abwertung erfolgt.

Hinzu kommt, dass oft weitere Medien auf die Testergebnisse aufspringen und diese weiter verzerren.

Skandale haben oft eine große Auswirkung auf das Einkaufsverhalten der Konsument:innen. Leider verliert sich das und innerhalb 3 Monaten ist alles wieder beim Alten.
Dabei wäre das genau die Chance etwas zu bewirken, diese Marke künftig zu meiden, ihr das Misstrauen auszusprechen, denn wenn die Umsätze fallen triffst du das System im Herzen und nur dann ändert sich was.
Wenige Skandale ändern das Verhalten langfristiger; BSE Ende der 1990er Jahre offenbarte das wahre Gesicht einer ethikfreien Fleisch-Mafia, Tschernobyl offenbarte die Zerbrechlichkeit einer Wohlstandsgesellschaft. Beides bewirkte bei Momo eine extreme Steigerung der Umsätze, die nicht nach 3 Monaten wieder verebbte.

Vertraue nicht auf Testergebnisse; vertraue der Marke Deines Vertrauens. Vertraue auf Menschen, die hinter Marken stehen, von denen du weisst, warum sie das tun, was sie tun, dann passt das schon.
Vertraue dem Laden Deines Vertrauens. Wir- und mit uns weltweit zahlreiche Aktivisten auf allen Handelsstufen- bemühen uns aktiv, damit unsere Umwelt und unser Essen so gesund ist, wie es noch möglich ist.

Skandale

Skandal bezeichnet ein Aufsehen erregendes Ärgernis und die damit zusammenhängenden Ereignisse oder Verhaltensweisen.

Die meisten Skandale liegen ausserhalb unseres Wirkungskreises und wir sind hier eher die Mutter Courage der Skandale, die Gewinner.
Aber manche Ereignisse schaden auch uns, wenn nicht genügend differenziert wird.

Unsere Partnerbetriebe sind meist Pioniere, wie wir; damit steht der Umsatz natürlich auch im Fokus, ist aber nicht der erste Beweggrund. Authentizität mit anderen Worten. Wenn der Antrieb ein rein wirtschaftlicher ist, bleibt die Qualität auf der Strecke, das ist normal.

Es spielt also auch die Betriebsform eine Rolle, eine Aktiengesellschaft als Naturkosthersteller steht unter ganz anderem wirtschaftlichen Druck als ein Bio- Landwirt im Vorgebirge.
Des weiteren lockt der florierende Biomarkt Trittbrettfahrer an, die fetten Reibach wittern, die Produkte sind in der Regel teurer und so denkt mancher, es sei mehr Kohle zu scheffeln als im gewöhnlichen Lebensmittelmarkt. Produktion auf niedrigsten Bio- Niveau, Bio- Massenproduktion, parallele Erzeugung von ökologisch und konventionellen Produkten, dass das nicht gutgeht versteht jedes Kind.
Wenn sich Bio auf den Anbau beschränkt, wenn Bauern an aus rein wirtschaftlichen Gründen auf EU-Bio umstellen, wenn einzelne Landwirte über 20.000 Hektar Öko-Anbaufläche bewirtschaften um den Discountern Liefergarantien geben zu können, wenn Wachstum mit Anleihen finanziert wird, Bio als Finanzprodukt gehandelt, da darf sich niemand wundern, wenn unterm grünen Mäntelchen graue Männer sich verstecken.

Kleine Chronik:
Glyphosat in Wein
1980 Östrogene in Fleisch
1985 Frostschutz in Wein
1987 Fadenwürmer in Fisch
1989 Listeriose- Bakterien in Käse
1993 Gammelfleisch
1996-2007 BSE
1997 Nematoden in Fisch
2001 Antibiotika und Hormone in Fleisch
2002 Nitrofen in Getreide
2003 Dioxin…
2005 Gammelfelisch
2011 Dioxin, EHEC
2013 Pferdefleisch
2014 Salmonellen
2016 Glyphosat in Wein
und und und…

Schadstoffe A - Z

Acrylamid

Acrylamid in Backwaren

Acrylamid beschäftigt uns seitdem nachgewiesen wurde, dass in Tierversuchen erbgutschädigende Wirkung auftraten. Studien beim Menschen zeigten keineswegs ein erhöhtes Krebsrisiko auf, eher sogar im Gegenteil. So folgerte man, dass vielfältige körpereigene Abbauprozesse von Proteinen dazu beitragen, dass Acrylamid in den Blutkreislauf gelangt.

Seitdem Nahrungsmittel erhitzt werden nimmt der Homo Sapiens diese Stoffe zu sich, nachgewiesen werden sie vor allem in hoch erhitzten Lebensmitteln, wenn zB stärkehaltige Produkte (Kartoffeln, Getreide) trocken über 180°C erhitzt werden sowie bei gerösteten Lebensmitteln wie Kaffee und Zwieback.
Einen Grenzwert gibt es nicht, allenfalls eine Empfehlung, basierend auf technischen Möglichkeiten.
Um die Werte niedrig zu halten genügt bspw. die Absenkung der Back- bzw. Rösttemperatur um 10–20°C, was der Industrie stinkt, denn das kostet Zeit und damit Geld.

Persönliches Resümee: Keiner weiß nix. Wenn Du einen LKW Kartoffelchips isst wirst Du andere Probleme haben als Acrylamidwerte 😉

Arsen

Arsen in Reis

Arsen ist ein natürlicher Bestandteil der Erdkruste, es findet sich im Boden, im Wasser und in der Luft. Zudem gelangt es über Abgase fossiler Brennstoffe, über Abwässer und durch arsenhaltige Pestizide in die Umwelt.
Durch Chemikalien in der Umwelt, bspw. in Flüssen und Seen, werden zudem die natürlichen Vorkommen aus arsenhaltigen Erzen ausgewaschen und gelangen so ins Grundwasser.
Mit Arsen, genau genommen mit anorganischen Arsenverbindungen, haben wir unseren gesamten Planeten bereits verseucht.

Reis ist seit Jahrtausenden in vielen Ländern ein Grundnahrungsmittel. Es lässt sich auch heute kein Rückschluss vermuten, dass mit höherem Reisverzehr die Lebenserwartung viele, eher im Gegenteil.
Dieses Gift reichert sich in Samen und Blättern von Pflanzen an, je mehr Wasser diese benötigen, um so mehr Arsen im Ernteprodukt. Jedes Getreide ist damit verseucht, im Übrigen vor allem Fisch, Algen, Meeresfrüchte,…

Reis, der auf unter Wasser stehenden Feldern angebaut wird, nimmt über die Wurzeln besonders viel Arsen auf. Der Arsengehalt im Reis schwankt somit je nach Arsengehalt in Wasser und Boden der Anbauregion und der Anbaumethode.
Ergo, Reis der nicht künstlich bewässert wird, sondern entweder trocken oder innerhalb der Regenzeit in subtropischen Gefilden angebaut wird, enthält weniger Arsen.

Vollkornreis und damit auch Produkte aus Vollkornreis enthalten mehr Arsen, da sich der Stoff vor allem in den Randschichten sammelt. Aber gerade diese sind ernährungsphysiologisch besonders wertvoll.
Parboiled Reis ist ebenfalls stärker belastet, da im Herstellungsprozess die Mineralstoffe, aber eben auch ungewollte Stoffe, ins Innere des Korns gepresst werden, bevor es geschält wird.

Grenzwerte werden, wie so häufig, aus den Rippen geschnitten. Auf der einen Seite steht die Gesundheit der Bevölkerung, auf der Anderen die Wirtschaft. Mit anderen Worten, Grenzwerte stellen einen Kompromiss dar und werden der jeweiligen Belastung angepasst, so dass sie verkehrsfähig bleiben. Zwischen 0,1 und 0,2 Milligramm pro Kilo Körpergewicht wird als Obergrenze gesetzt.
Das BfR (Bundesinstitut für Risikobewertung) empfiehlt zudem, Reis vor dem Garen gründlich zu waschen und mit viel Wasser zu kochen, also nicht quellen und kochen. Dadurch löse sich ein Teil des Arsens und könne dann mit dem Kochwasser abgegossen werden.

Momo empfiehlt, solange du nicht tagtäglich Reis in großen Mengen verzehrst, weiterhin auf den transportärmeren europäischen Reis zu setzen, trotz allem Vollkorn zu bevorzugen und den Schlagzeilen weniger Beachtung zu schenken. Vor allem nicht den Testergebnissen, denn diese schwanken von Charge zu Charge.

Authentische Bio-Produzent:innen kennen das Problem und versuchen es im Damm zu halten, aber ganz ohne wird es nie wieder geben. Wer sich Sorgen macht um seine Gesundheit und die seiner Liebenden, sollte konsequenterweise ebenfalls auf Trinkwasser verzichten, auf Meeresfrüchte aller Art sowie allein den Bio-Anbau unterstützen, denn das ist der einzige Weg, über den nicht noch mehr Klärschlamm, Phosphatdünger und Pestizide in den Kreislauf gelangen.

Bisphenol A, Phthalate = Weichmacher

Bisphenol A, kurz BPA, ist ein so genannter Weichmacher, ohne den manches Plastik innerhalb kurzer Zeit brüchig würde.

Es ist Bestandteil zahlreicher Produkte. Für dich und Momo dabei mehr oder weniger relevant: Plastikflaschen, Plastikspielzeug, Thermopapier, die Innenbeschichtung von Konservendosen und Twist- Off- Deckeln, Schüsseln, Tupperware, Brotdosen, außerdem Farben, Lacke, Tapeten, Heizkörper-Beschichtungen, Smartphones und Rechner, jedes Gehäuse ziemlich jeden Gerätes, überall, wo Plastik eingesetzt wird und es vor Versprödung geschützt werden soll.

Seine Wirkung auf uns Menschen ist hormonähnlich und kann in kleinsten Mengen zahllose Krankheiten fördern. Laut ECHA (European Chemicals Agency) gilt es als ‚besonders besorgniserregenden Stoff‘. Bisphenol A wirkt ähnlich wie das weibliche Hormon Östrogen und hat in Tierversuchen schon in geringer Konzentration zu Organmissbildungen, Beeinträchtigungen der Gehirnentwicklung und Fruchtbarkeitsschäden geführt. Beim Menschen sind Zusammenhänge zwischen einer Bisphenol A- Belastung mit Herz- und Kreislauferkrankungen, Sexualstörungen, Frühreife, Verhaltensstörungen sowie Diabetes festgestellt worden.
Der Gehalt an Bisphenol A im menschlichen Blut ist mittlerweile höher als die Konzentration, die bei Mäusen zu einer Beeinträchtigung der Sexualentwicklung führen kann.

Zahlreiche weitere Weichmacher sind ‚auf dem Markt‘ und bescheren uns immer mal wieder neue Lebensmittel-Skandale. Phthalate, DEHP, DBP, BBP, DINP, DIDP und DNOP.
Allein, wenn in einer Ölpresse auch nur ein kleines Stück Schlauch Weichmacher enthält, wird dieser im Endprodukt nachweisbar sein. Zudem begünstigen Hitze und Säure das Freisetzen des Weichmachers, so dass es aus einer Verpackung ins Lebensmittel emittiert. Weichmacher sind nicht chemisch an den Kunststoff PVC gebunden, daher können sie bei Kontakt mit dem Körper durch das Fett in der Haut, durch Schweiß oder Speichel gelöst werden und gelangen so in den Körper.
Alle von der Industrie durchgeführten Studien geben Entwarnung, wen wundert’s. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hob 2007 den Wert für die tolerierbare tägliche Aufnahmemenge um das Fünffache (auf 0,05 mg je Kilo Körpergewicht) an und macht sich damit zum Affen der Industrie. Allein für die Produktion von Babyflaschen besteht ein Verbot.

Weichmacher bei Momo?

  • Kassenbons sind bei uns, seitdem es Alternativen gibt, frei von Weichmachern.
  • PET-Flaschen gibt es nicht bei Momo. Welches Gift auch immer hier drin versteckt sei.
  • Beschichtungen in Twist-Off-Deckeln sind inzwischen meistens aus PE und damit unbedenklich. Du erkennst PE an der hellblauen Farbe (Rapunzel, Zwergenwiese, *bioladen,…), die weißen sind idR weiterhin aus PVC und damit enthalten sie wahrscheinlich Weichmacher.
  • Beschichtungen von Konservendosen sind weiterhin eine heikle Sache. Zwar belegen die Studien von zB Rapunzel, dass keine Weichmacher ins Produkt emittieren, aber glücklich ist damit niemand und eine Alternative hier nicht in Sicht.
  • Jede Folie die wir verwenden, also dort, wo es nicht anders geht, ist frei von Weichmachern. Glücklicherweise ist die Dunkelziffer hier extrem gering, da die Produktion von Folien mit Weichmachern teurer ist als ohne. Hier liesse sich also kein Geld verdienen.
  • Momos Fussboden ist PVC-frei, ebenso alle Lacke, die Wandfarben, das Holz, alles, außer dort, wo es nicht anders geht (Schienen für unsere Etiketten am Regal sind zB nicht anders verfügbar).

Meine private Vinyl- Sammlung ist ebenfalls aus PVC, PolyVinylChlorid. Da komme ich nicht drumrum…

Cadmium in Kakao & Schokolade

Das Schwermetall Cadmium kommt natürlicherweise in der Erdkruste, vor allem in vulkanischem Gestein, vor. Durch Düngemittel und industrielle Emissionen ist es seit der Einführung von Kunstdüngern zudem zu einer Anreicherung von Cadmium auf landwirtschaftlichen Flächen gekommen und ist nun in nahezu allen Lebensmitteln nachweisbar.

Vor allem in der Kakaobohne reichert sich das Schwermetall besonders gerne an. Hier ist die Kontamination vor allem auf natürliche cadmiumreiche vulkanische Böden der Anbaugebiete zurückzuführen, aber ob das Cadmium auch tatsächlich bis in die Bohne gelangt ist von weiteren Faktoren abhängig.
Dazu gibt es zahlreiche Versuche, Licht ins Dunkel zu bringen, warum manche Regionen mehr, andere weniger hohe Belastungen in der Bohne aufweisen. Dabei spielen offensichtlich der Säuregehalt des Bodens eine Rolle, der Anteil organischen Materials, der Ton-Anteil; eine Kalkung des Bodens scheint den Gehalt relevant abzusenken. Stand 2023 keine wissenschaftlich fundierten Erkenntnisse.

Cadmium reichert sich im Körper an. Natürlich ist das nicht gesund.
Für Schlagzeilen sorgt der Gehalt an Cadmium alljährlich in der Vorweihnachtszeit. Meines Erachtens gäbe es wichtigere Themen als Angst vor Schokolade zu schüren. Wie wäre es mal mit Hetze auf konventionelle Landwirtschaft? Die hat uns das nämlich zum größten Teil eingebrockt.

Geniesse deine Schokolade auch weiterhin.
Die authentischen Bio-Hersteller:innen werden sich bemühen, den Cadmium-Anteil im Kakao so niedrig zu halten wie möglich, ohne den Landwirt:innen in den Anbauregionen die Lebensgrundlage zu entziehen.

Chlormequat

Chlorcholinchlorid, kurz CCC, ist ein Phytohormon, ein Wachstumsregulator. Wie auch Mepiquat-chlorid. Es wird tagtäglich im Getreideanbau der konventionellen Landwirtschaft verwendet, es bewirkt, dass die Halme kürzer wachsen und macht diese damit stabiler gegen Wind und Wetter.

Chlormequat gilt als genotoxisch und stört die neuromuskuläre Erregungsleitung. Im Obstbau ist es bereits verboten, es diente der Förderung der Fruchtbildung bei Birnen, Mandeln, Oliven, Trauben und Tomaten sowie der Verhinderung von vorzeitigem Herunterfallen reifer Früchte bei Birnen, Aprikosen und Pflaumen.
Da es aber Jahrzehntelang im Boden schlummert ist es immer mal wieder eine Schlagzeile wert, vor allem wenn es sich in Babynahrung findet.

Cumarin

Cumarin in Zimt
Schlagzeilen über Cumarin in Zimt verunsichern viele Verbraucher:innen. Regelmäßig zur vorweihnachtlichen Backzeit.

Was ist Cumarin?
Cumarin ist ein natürlicher Pflanzeninhaltsstoff mit aromatisierenden Eigenschaften. Er ist in der Pflanzenwelt weit verbreitet, ist in vielen Gräsern, in Waldmeister und auch in der Tonka-Bohne enthalten. In kleinen Mengen ist Cumarin auch in Aprikosen, Brombeeren, Erdbeeren, Datteln, Kirschen sowie in Gartenkräutern wie Salbei, Dill und Kamille enthalten.

Und in Zimt, im milden Ceylon- Zimt sind geringere, in den etwas herberen Cassia- Arten deutlichere Konzentrationen nachweisbar. Diese Zimtsorten werden seit Jahrhunderten als würzende Zutaten bei der Herstellung von Lebensmitteln verwendet. Es gibt massenhaft Arten des Zimtbaumes, deren getrocknete Rinde die hierzulande bekannten Zimtstangen sind. Zimt ist ein wirkungsvolles Naturheilmittel, dass die Blutzuckerwerte und den Cholesterinspiegel senken soll. Ein wärmendes Gewürz, dass den Stoffwechsel anregt. Viele Wirkungen werden dem im Zimt enthaltenen Cumarin zugeschrieben.

Gibt es Grenzwerte und welches Risiko besteht für Verbraucher:innen?

• Das Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) und die Europäische Lebensmittelsicherheitsbehörde EFSA haben eine tolerable Aufnahmemenge  von 0,1mg pro Kilo Körpergewicht pro Tag abgeleitet. Also bspw. Körpergewicht 60 Kilo= 6mg Cumarin.
• Zimtsterne dürfen bis zu 50mg pro Kilo, Desserts wie zum Beispiel Milchreis mit Zimt, bis zu 5mg pro Kilo enthalten.
• Das bedeutet 120g Zimtsterne oder 1200g Milchreis mit Zimt pro Tag. Wenn der Maximalwert enthalten ist.
Überschreitungen sind also nur möglich, wenn täglich sehr große Mengen an zimthaltigen Lebensmitteln verzehrt werden.

Die ‚Heuschrecken‘ aus Troisdorf

sind seit 1983 unser bevorzugter Tee-, Kräuter- und Gewürze-Lieferant. Ursula Stübner und Heinz-Dieter Gasper appellieren an eine ganzheitliche Betrachtung der Dinge. Wir auch:

Ist Zimt ein Problemstoff?
Jein, nicht mehr als andere Gewürze auch. Ein Problem liegt im westlichen wissenschaftlichen Denken, das sich eher analytisch auf den Einzelstoff konzentriert. Das passiert auch umgekehrt, wenn zum Beispiel Heilpflanzen aus dem Regenwald in ihre Wirkstoffe zergliedert werden, bis man dann den einen findet, dem man die gesundheitliche Wirkung zuschreibt.
Wir haben verlernt, Gewürze oder Heilpflanzen ganzheitlich zu sehen. Im Zusammenhang werden die Einzelstoffe in ihrer Wirkung modifiziert.

Wie sehen Sie Cumarin ganzheitlich?
Alle Gewürze enthalten biologisch wirksame Substanzen. Deshalb werden sie ja seit Jahrtausenden in der Volksmedizin auch als Heilmittel genutzt. Solche Substanzen in kleinen Mengen braucht der Körper, um zu funktionieren. Eigentlich weiß er auch, wann und wie viel er davon braucht.

Wieso nur eigentlich?
Weil wir in der westlichen Kultur leicht verlernen, auf unseren Körper und den Geschmackssinn zu hören. Viel Wissen ist verloren gegangen. Zum Beispiel, dass Kleinkinder nur sanft gewürztes Essen brauchen. Sie sollten wirklich nur wenig Zimt bekommen. Hier stimmt die Empfehlung des BfR.

Natürliches Cumarin in Zimt
• Diverse Pressemeldungen erzeugen Panik vor Zimt (seit 2006)
• Unterschiedlich hohe natürliche Cumarin-Werte in den verschiedenen Zimt-Sorten sind seit langem bekannt.
• Isoliertes Cumarin gilt als wahrscheinlich leberschädigend und krebserregend, synthetisches Cumarin ist in Lebensmitteln verboten, aber in Kosmetik- Aufnahme über die Haut!- unbegrenzt erlaubt. Für natürlich eingebundenes Cumarin in Kräutern und Gewürzen fehlen Forschungen.
• Aber keine Volksvergiftung in Sicht: der Pro-Kopf-Verbrauch in Deutschland liegt derzeit bei 34g Zimt jährlich (also nur 0,1g täglich).

…Was ist passiert?
Seit ca. Juni 2006 wird vom BLL (Bund für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde), dem BfR (Bundesinstitut für Risikobewertung), dem BMELV (Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz), und auch mit dem BDSI (Bundesverband der Deutschen Süßwarenindustrie) intensiv das Thema Cumarin in Zimt behandelt.
Kurz zuvor wurden in einer Untersuchung von Zimtgebäck Cumarinwerte gefunden, die weit über der derzeit erlaubten Höchstmenge für Cumarin als Aromastoff in Lebensmitteln lag.
Cumarin gibt Zimt seinen süßlich- wohligen Geschmack, auch bekannt bei Waldmeister, Tonkabohne, Heu u.a.). Der Grenzwert für die tägliche Dosis Cumarin soll 0,1mg/kg–Körpergewicht nicht überschreiten.

Zimt wird seit ca. 5000 Jahren in Mengen benutzt, im Ayurveda auch als natürliche Medizin (auch der stark cumarinhaltige Cassia-Zimt), bei uns gerade als Naturheilmittel zur Unterstützung gegen Diabetes entdeckt.
Dem steht in Europa ein Trend gegenüber, in der Risikobewertung nicht mehr zwischen synthetischen, isolierten-natürlichen und natürlichen-eingebundenen chemischen Stoffen zu unterscheiden. Z.B. Metylchavicol in Fenchel, Eugenol in Nelke, Phenole in Thymian, Zimtaldehyde in Zimt, Monoterpene im Lavendelöl.

Untersuchungen werden in der Regel mit synthetischen oder isolierten chemischen Stoffen an Tieren durchgeführt. Untersuchungen mit dem natürlich in der Pflanze eingebundenen Stoff fehlen, oder Studien aus der Erfahrungsheilkunde werden nicht berücksichtigt, ebenso nicht 1000-jährige Erfahrungen aus Volks- und Alltagskunde.

Gewürze wie Zimt weisen auch ein allergenes Potential auf, Gewürzverzehr in hohen Dosen bringen gesundheitliche Reaktionen mit sich. Gewürze sind aber auch die ersten Heilmittel der Menschheit. In der Regel gibt der Geschmack von Kräutern und Gewürzen bei der Nahrungszubereitung eine verträgliche Dosis automatisch vor. Das menschliche Bedürfnis nach Abwechslung schützt ebenfalls vor Überdosierung. Die jahrtausendelange Erfahrung besagt, dass bei einem normalen Umgang mit Kräutern und Gewürzen keine Probleme entstehen.

Muss man den Menschen nun vor sich selbst schützen?

Die Gefahr liegt darin, dass nach von den Medien geschürter Panik vor einem Einzelstoff ein überhastetes Zimt- (Fenchel, Thymian-, Melisse-, Lavendelöl-, Huflattich-, Stevia- …) Verbot folgt. So entsteht eine künstliche Angst vor natürlichen Stoffen. Das ist natürlich keine Lösung- nach diesen Gesichtspunkten gäbe es weder Kartoffeln noch Tomaten auf unserem Speiseplan. Es ist interessanter, der Natur zu folgen und als Forschungsfeld zu eröffnen, wie die synergetische Wirkung der chemischen Stoffe innerhalb einer Pflanze funktioniert.

Die spannende Frage: wem nützt es?

• Die Medien haben mit Angst-Artikeln vor Zimt rechtzeitig vor Weihnachten ein aufsehenerregendes Thema. Es wird auch interessant zu beobachten sein, wie die Testzeitschriften das Thema aufgreifen (wie Acrylamid?).
• Die Aroma-Industrie: Konsument:innen bekommen das Gefühl vermittelt, dass die natürlichen Gewürze wegen gesundheitlicher Bedenken besser durch designte standardisierte Aromen ersetzt werden (Perubalsam und die Tonkabohne sind so aus der Aromatisierung verschwunden, es gibt jetzt synthetische Aromastoffe dafür).
• Die Süßwaren-Industrie hat keine Wahl: es steht zu wenig des cumarin- ärmeren Ceylon-Zimts zur Verfügung, und Cassia- Zimt ist bedeutend preiswerter (Aromastoffe sind natürlich noch preiswerter).
• Die rechtliche Lage ist unklar: in einigen EU-Ländern gilt die Aromaverordnung nicht für Gewürze, so dass es für natürlichen Zimt gesetzlich keine Cumarin- Höchstmenge gibt.

Bei Zimt- und Gewürztees spielt Cumarin eine untergeordnete Rolle, da es schwer wasserlöslich ist.

Heinz-Dieter Gasper, Ursula Stübner

Dioxine

Dioxin in Hühner-Eiern

Dioxine entstehen bei der Verbrennung bestimmter Substanzen und haben mit Agent Orange (Vietnamkrieg) und Seveso (Chemie-Unfall) traurige Berühmtheit erlangt.

Sie werden uns, wie so vieles, ’nachhaltig‘ begleiten, auch in Zukunft immer mal wieder in u.a. Hühnereiern vorzufinden sein.

Dioxine und dioxinähnliche Stoffe (wie PCB, Polychlorierte Biphenyle) können durch belastetes Futter oder durch Altlasten im Erdreich in zB Eier gelangen.

Der Skandal um dioxinverseuchte Futtermittel in Deutschland (2010), Dioxin-Funde in Bio-Eiern, schadete auch einem Bioladen wie Momo, obwohl ursächlich vielmehr der Irrglaube steht, eine konventionelle Landwirtschaft sei ökologisch, wenn einfach nur das Spritzmittel gewechselt wird.
Konstante Lieferfähigkeit, wie sie in konventionellen Handelsstrukturen verbindlich ist, erwarten Strukturen, die nichts gemein haben mit Blümchenwiese und freilaufenden Hennen. Hier weht ein Wind der anderes im Sinn hat als Umweltschutz.
Der damals betroffene EU-Bio-Betrieb wirtschaftete zudem parallel bio und konventionell. Damit ist das Vertrauen unsererseits schon vorab verspielt:
• Betriebe, die sowohl biologisch als auch konventionell wirtschaften, geniessen nicht unser Vertrauen. Diese Vermischung deuten wir als Zeichen für wirtschaftliche anstelle ökologischer Priorität, damit genügt es weder Momos Anforderungen an Qualität noch unseren Vorstellungen von Partnerschaft.
• Eier in EU-Bio-Qualität gibt es nicht bei Momo, die findest du bei Filialisten und im konventionellen Einzelhandel. Hier ist eine Zufütterung mit konventionellen Ölen erlaubt. Eier, die nach Verbandsrichtlinien erzeugt werden (Demeter, Naturland, Bioland), erlauben keine Beimischung konventioneller Fette.

Die Quittung solcher Machenschaften ist ein absehbarer Skandal.

Momos Eier sind vor allem die Naturland-Qualität vom Hof Alpermühle. Ein Familienbetrieb mit Sitz hier in der Region, im Oberbergischen Land, der nichts als Bio im Schilde führt.

EHEC in Arbeit

Glyphosat in Arbeit

Kupfer im Bio-Anbau

Kupfer gegen Pilzkrankheiten im Bio-Anbau

Ohne Pflanzenschutzmittel geht es auch im Ökolandbau nicht: Biobauern nutzen ggf. Kupfer gegen Schadpilze.
Vor allem gegen Apfelschorf, gegen die Kraut- und Knollenfäule bei Nachtschattengewächsen oder gegen Falschen Mehltau bei Wein und Hopfen wird Kupfer auf die Pflanze gesprüht und bringt so den Pilz zum Absterben.
Doch kann sich das Schwermetall auch im Boden anreichern und dort den Mikroorganismen schaden.

Seit 150 Jahren wird Kupfer als Fungizid eingesetzt- in Hochzeiten haben Bauern im Jahr bis zu 60 Kilo Kupfer/ Hektar auf ihre Felder gesprüht. Heute dürfen Öko-Landwirte jährlich maximal 3-4 Kilo ausbringen.

Im Gegensatz zu anderen Pflanzenschutzmitteln reichert sich Kupfer nicht in Früchten an und Menschen können kaum mehr Kupfer aufnehmen, als ihr Körper benötigt, ein zu viel würde einfach ausgeschieden. Daher stellt der Einsatz von Kupfer im Biolandbau keine direkte Gefahr für Menschen dar. Stört aber die Artenvielfalt.

Es gibt keine Alternative zur Bekämpfung von Pilzen wie Apfelschorf und Mehltau. Ein Verzicht auf Kupfer im ökologischen Obst- und Weinbau würde zu Ertragseinbußen von 50- 100% führen.
Daher versuchen Bio- Landwirte die Auswirkungen und den Einsatz zu minimieren; durch die Züchtung und Nutzung pilzresistenter Sorten, durch Abdecken des Bodens während der Behandlung,…- doch auf absehbare Zeit ist keine Alternative in Sicht.

Übrigens: Eine Kupfermünze in die Blumenvase, ob für Blumen oder Schnittkräuter, verlängert deren Lebensdauer erheblich, da so die Kapillaren nicht verschlossen werden.

Mikroplastik

Bunte Mikroplastikwelt
Eigentlich nicht verwunderlich, selbst in den abgelegensten Regionen, zwischen Nord- und Südpol, in der Tiefsee und auf dem Mount Everest, überall ist Mikroplastik zu finden.

Was ist Mikroplastik?
Mikroplastik ist definiert als kleine Kunststoffteilchen, Durchmesser unter 5mm.
Nanopartikel sind noch mal ein eigenes Thema. Hier geht’s deutlich kleiner zu.

Mikroplastik wird unterschieden in primäres und sekundäres Mikroplastik.
Sekundäres Mikroplastik (Typ B) Entsteht während der Nutzungsphase.
Bspw. der Plastikmüll, der sich mit der Zeit in immer kleinere Teilchen zersetzt.
Kunststoffe sind nicht biologisch abbaubar und resistent gegenüber Umwelteinflüssen, sie begleiten uns also für immer, sind niemals ‚weg‘ sondern allenfalls irgendwann so klein, dass sie zum Nanopartikel werden.
Auf der anderen Seite das Primäre, Typ A, das bereits, klein wie es ist, in der Umwelt verbreitet wird. Kosmetische Produkte sind hier bspw. Einsatzbereiche.

Wie kommt Mikroplastik in die Umwelt?
Das meiste Mikroplastik wird durch Textilien und den Autoverkehr in die Welt gesetzt.
Der Abrieb von Reifen wird teilweise als Feinstaub über die Luft verbreitet und legt so sehr große Entfernungen zurück; größere Teilchen sickern in Böden, in Gewässer- oder in die Kanalisation; doch selbst damit sind sie nicht weg, denn je nach System werden sie dann entweder direkt in Flüsse geleitet oder aber als Klärschlamm aufgefangen, um dann anschließend als Düngemittel auf die Felder der konventionellen Landwirtschaft aufgebracht zu werden.
Ein Drittel der Umweltbelastungen entsteht durch Kunstfasern in der Kleidung. Synthetische Textilien sind aus Fasern, die aus Kohle, Erdöl und Erdgas hergestellt werden. Dazu gehören bspw. Fleece, Polyester, Polyamid, Elasthan und Polyacryl, die vor allem durchs Waschen Fasern ins Abwasser abgeben.
Auch in Kosmetikprodukten findet Mikroplastik breite Anwendung, als Peeling, in Duschgels, als Bindemittel, hier ist die Menge für die Umwelt weniger relevant, aber die Nähe zum Körper um so risikobehafteter.
Übrige Quellen sind die Industrie, Wasch- und Reinigungsmittel, Abrieb von Schuhsohlen, von Fahrbahnen, von Belägen von Sportplätzen.

2050 wird mehr Plastik als Fisch in den Weltmeeren sein.

Was ist das Problem?
Die Kunststoffe wirken wie Magnete auf Umweltgifte oder sind bereits an sie gebunden (wie bspw. polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe bei Autoreifen).
Sie werden dann von Mensch und Tier samt Schadstoffen aufgenommen und im Organismus wieder freigesetzt. Mit weitreichenden, bislang wenig erforschten Folgen wie Gewebeveränderungen, Entzündungsreaktionen und Vergiftungen.
Mikroplastik gilt als vergleichsweise geringes Risiko für die menschliche Gesundheit, nach derzeitigem Wissensstand (2022). Es sei zu ‚sperrig‘, um von menschlichen Zellen in nennenswertem Umfang aufgenommen und im Körper verteilt zu werden und werde größtenteils wieder ausgeschieden.

Meersalz
Breiteste mediale Beachtung findet Mikroplastik in Meersalz. Dabei ist das noch das geringste Problem.
Da Analyseverfahren für Plastik in Lebensmitteln extrem kostspielig sind, gibt es dazu auch wenig Ergebnisse.
Da Mikroplastik so weit verbreitet ist (selbst, dass es über den Ackerboden auch in Feldfrüchte gelangt- Freie Uni Berlin, 2018), wird es auch in Meersalz vorhanden sein.

Dazu zitiere ich Ursula Stuebner und Heinz-Dieter Gasper von der ‚Heuschrecke‘ in Troisdorf:
> Wir haben natürlich noch eine Wahl, auf andere Salze auszuweichen, aber Steinsalz aus Bergwerken ist endlich. Wir würden es innerhalb rasend kurzer Zeit (im Verhältnis zu der Zeit, wo es entstanden ist) den Pakistani oder Indern und den nachfolgenden Generationen wegessen. Es ist wie mit dem Tiefenwasser aus Mineralbrunnen, oder Bio-Frühkartoffelanbau in Nordafrika, wobei das alte Tiefenwasser weggetrunken bzw. weggewässert wird.
Da Mikroplastik ubiquitär und nicht das Verschulden eines Salzbauern ist, und es nicht sehr aussichtsreich scheint, unbelastetes Meer zu finden (bzw. das letzte Stück jungfräuliches Meer auszubeuten), ist die Forschung und Reparatur auch eine gesellschaftliche, staatliche, sogar internationale Aufgabe.
Wir müssten eher lernen, mit dem Plastik zu leben.<

Wie vermeiden wir, dass noch mehr Mikroplastik in die Umwelt kommt?
Biologische Landwirtschaft arbeitet nicht mit Klärschlamm.
Zertifizierte Naturkosmetik kommt ohne Mikroplastik aus.
Der Verzicht auf synthetische Klamotten macht auch in diesem Zusammenhang Sinn. Achtung: Im Restmüll entsorgen, sonst gelangt es über Umwege zurück.

MOSH - MOAH - POSH - POA

MOSH und MOAH- Mineralöl- Rückstände in (Bio-) Lebensmitteln

MOSH steht für Mineral Oil Saturated Hydrocarbons (gesättigte Mineralölkohlenwasserstoffe), MOAH für Mineral Oil Aromatic Hydrocarbons (aromatische Mineralölkohlenwasserstoffe). MOH fasst beide zusammen, da sie analytisch kaum zu unterscheiden sind, siehe unten.

Erst seit 2010 wird diskutiert wie Mineralöl- Rückstände in Lebensmitteln vermieden werden können. Von diesen Rückständen sind alle Lebensmittel, auch Bio- Lebensmittel betroffen.

Wo kommen diese Stoffe her?

Durch Umweltbelastungen sind sie in der Luft und im Boden, bspw. durch die Verwendung oder Verbrennung von Mineralölen, durch Ölheizungen und Verbrennungsmotoren, bei der Kunststoffherstellung.
Sie stecken in Maschinenölen und Schmierfetten und können bereits bei der Ernte bzw. Verarbeitung das Endprodukt verunreinigen.
Sie sind in Recyclingverpackungen, wenn das Altpapier mit mineralölhaltigen Druckfarben bedruckt war.
In Sisal- oder Jutesäcken, wenn diese mit Mineralöl behandelt wurden.
Und auch in mikrokristalliner Form als Lebensmittelzusatzstoff E 905 zugelassen. Als Überzugsmittel für Obst, Kaugummi und Süsswaren. Nicht für Bio.
Und in Kosmetika, die mit Mineralölprodukten als fettende Komponente versehen sind (keine Mineralöle in Bio-Kosmetik).

Es gibt keine Studie die die Belastung unserer Umwelt beziffert.
Hinzu kommt erschwerend, dass diese Stoffe, aufgrund der hohen chemischen Ähnlichkeit, analytisch nicht von manch anderen unterschieden werden können: Bspw. POSH sind Moleküle, die aus Plastik- Verpackungen migrieren können. PAO werden in synthetischen Schmierölen und Klebstoffen eingesetzt. Daher sind Analyse- Ergebnisse nur differenziert zu interpretieren.
Da die Verbrennung von Mineralöl dafür hauptverantwortlich ist, können wir davon ausgehen, Rückstände sowohl in Böden, in Lebensmitteln und in der Atemluft vorzufinden.

Lebensmittel- Verunreinigungen entstehen durch Kontakt, aber auch durch die bloße Nähe, nennt sich Gasphasentransfer. Dabei kann auch von benachbarten Verpackungen eine Kontamination ausgehen. Vor allem Öle und ölhaltige Speisen, Süßkram, Kekse, ölhaltige Saaten und Körner suchen förmlich den Kontakt.

Es gibt keine rechtlich definierten Grenzwerte für MOSH und MOAH.
Seitens des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) und der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) heißt es lapidar: Mineralölgehalte in Lebensmitteln seien grundsätzlich unerwünscht.
Ist ja klar, dass das kein gesunder Lebensmittel- Zusatzstoff ist. Tierexperimente weisen Ablagerungen von MOSH in der Leber auf, für MOAH kann ein krebserzeugendes Potential nicht ausgeschlossen werden. Und und und.

Also: Für eine Bewertung von Mineralöl- Rückständen auf Grundlage von Analyse- Ergebnissen fehlen gesetzlich definierte Grenzwerte und die Analysemethoden sind vage.

Die Ursachen der Verunreinigung sind aufgrund der vielfachen ubiquitären Herkunftsmöglichkeiten nur schwer festzustellen.
Es fehlen Informationen zur allgemeinen Hintergrundbelastung dieser Stoffe in der Umwelt und in der Atemluft.
Eine vernünftige Risikoeinschätzung mit Maßnahmen zum Risikomanagement ist eine besondere Herausforderung.

Also: Testergebnisse, welche Produkte rein auf MOSH-Befunden bewerten, sind mit Vorsicht zu genießen. Eine Risiko- Bewertung ist wenig nachvollziehbar und schafft vor allem Verunsicherung, anstatt Aufklärung.

Mittlerweile werden Lebensmittelverpackungen meistens aus fabrikneuem Papier gefertigt. Allerdings sagen Papier-Fachleute, dass es nicht genug Nutzbäume für alle Lebensmittelverpackung gäbe, um komplett auf Recycling zu verzichten.
Dass für Lebensmittel kein Recycling-Papier, sondern nur noch Frischfaser aus gefällten Bäumen benutzt werden soll, hatten wir als Ökos mal anders geplant.

An Barrierelösungen, also doppelte Verpackungen, Applikationen, Aktivkohle- Zwischenlagen, Klebstoffe,… wird geforscht.

Im Übrigen: Ein weiterer Sargnagel unserer Zivilisation, ein weiterer Giftstoff, den wir nie wieder los werden.

Perfluoroktansäure (PFOA)in Arbeit

Pyrrolizidinalkaloide in Arbeit