Wie hoch sind die wahren Kosten der Atomkraft?
Nächste Woche feiert die Katastrophe von Tschernobyl ihren 40-sten. Ich erinnere mich gut an den Regen zum ersten „Rhein in Flammen“ als der Fallout auch im Rheinland abregnete. Und ich erinnere mich gut an das >Nein, das ist doch nicht gefährlich, es besteht keinerlei Gefahr für die Bevölkerung<. Ganz in der Art >Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten.<
Anekdote:
Zum 1 Jahrestag, am 26.04.1987 hatten wir den Laden zwar geöffnet, aber alle Regale zugeklebt. Das Momo-Kollektiv war vollständig versammelt, in Ganzkörper- Schutzkleidung verpackt, um über die Zukunft unserer Nahrung in Anbetracht des atomaren Wahnsinns zu diskutieren.
Zu kaufen gäbe es nämlich nix mehr, wenn ein ähnlicher Vorfall bspw. das keine 50 Kilometer entfernte Mülheim-Kärlich träfe.
Dieses AKW ging tatsächlich ein Jahr nach der Katastrophe ans Netz, aber nur für kurz. Illegale Machenschaften aufgeflogen, RWE verklagt, Baugenehmigung wegen seismisch aktivem Untergrund entzogen, ein Etappensieg der Anti-AKW-Bewegung.
Was mich just interessiert ist der wahre Preis der Kernenergie:
Wie viel kostet eigentlich eine Kilowattstunde, in Euro, in CO2, in Sonstigem?
Doch da scheitern selbst die Rechner des 3. Jahrtausends. Ergebnis ist ein >in etwa…<, denn in etwa kostet Kernenergie genau soviel, wie Folgekosten in eine Berechnung einfließen. Eine Präzision wie in Klimamodellen. Zu viele Unbekannte.
In Euro sind das- schöngerechnet- 10-20 Cent; werden Endlagerung über tausende (Millionen?) Jahre, Rückbau, staatliche Absicherung (denn versichert ist so ein Gerät nicht, Versicherungen können rechnen im Gegensatz zu Politikern) und das Katastrophenrisiko einkalkuliert, liegen wir bei 1 Euro pro KWH.
Und wie ist das mit der Umweltbelastung?
Kohlenstoffdioxid- das Totschlag-Argument der Pro- Atomkraft-Lobby. Aber das ist bei Weitem nicht das Relevanteste, geht es um Kernenergie.
momo-raoul
momo-sandra